King Midas - Gerald Genta’s erster großer Streich ...

  • Gerald Genta ist zweifelsohne einer der genialsten Uhrendesigner, den die Welt je gesehen hat.

    Seine beiden Meisterwerke Royal Oak und Nautilus haben nicht nur ihn unsterblich gemacht, sondern auch der gesamten Uhrenindustrie eine neue Richtung gegeben.


    Ganz nebenbei haben sie den beiden Top-Manufakturen Audemars Piguet und Patek Philippe den Weg ins dritte Jahrtausend geebnet. Beide Modelle wurden die Basis für erfolgreiche Produktlinien, die nachhaltig das Geschäft und die Zukunft von AP und PP absichern.


    ROYAL OAK vs. NAUTILUS



    Doch Gerald Genta war nicht erst in den 70er Jahren für derart revolutionäre Entwürfe gut. Schon ein Jahrzehnt zuvor hat er für ein nicht weniger prominentes Uhrenhaus ein futuristisches Design aus seiner Feder gezaubert.


    Für Rolex hat er die revolutionäre King Midas erschaffen.
















  • Die 1960er Jahre waren schließlich nicht nur vom Standpunkt der Weltgeschichte aus, sondern auch in der Uhrmacherkunst die Jahre der Revolution. Die Uhr bestand zu 100% aus 18 Karat Weiß- oder Gelbgold. Erstmals wurde ein Saphirglas erbaut.

    Die Uhr wurde nach einem antiken griechischen König benannt, der einen mystischen Touch hatte, der alles in massives Gold verwandeln konnte. Zu dieser Zeit war die Rolex King Midas die schwerste goldene Uhr, die man für Geld kaufen konnte. Sie wurde mühselig und zu 100% von Hand gefertigt. Der opulente und seltene Zeitmesser mit seinem extrem flachen Profil wurde speziell entwickelt, um eine extravagante Käuferschicht anzusprechen.


    Die King Midas zierte einige der bekanntesten Handgelenke der amerikanischen Geschichte. Zu den wenigen glücklichen Besitzern der limitierten King Midas gehörte zum Beispiel Elvis Presley und John Wayne. Es ist auch bekannt, dass der Schauspieler Friedrich Joloff, Oberst Villa aus „Raumpatrouille“, in dem Ende der 60er Jahre gedrehten Krimi „11 Uhr 20“ eine Rolex King Midas getragen hat.


    Es wird erzählt, dass die King Midas eine Uhr für Linkshänder ist und am rechten Handgelenk getragen wird, als Anspielung auf die Legende von König Midas, dessen linke Hand den goldenen Touch hatte.



  • Der Schöpfer Gerald Genta ließ sich von den geometrischen Mustern des antiken Griechenlands für die King Midas inspirieren. Die Uhr wiegt fast 200 Gramm und ist aus einem einzigen Block aus 18 Karat Gelb- oder Weißgold gefertigt.


    Der “König” aller Uhren verdiente eine königliche Präsentation und die Box, in der sie kam, war ebenso raffiniert wie die Uhr. Die Schachtel war in Weiß und Gold mit griechischen Figuren bedruckt. Die Innenbox ist wie eine traditionelle griechische Urne in Schwarz und Orange geformt, um dem luxuriösen Anspruch der edlen Uhr gerecht zu werden.


    Diese “Urnen” sind extrem selten und werden zu Höchstpreisen gehandelt. Da ich wusste, dass ich irgendwann eine King Midas bekommen würde, habe ich bei einer Gelegenheit vor über zehn Jahren bereits zugeschlagen.


    Nun hatte ich das Glück, dass “meine” King Midas mit der originalen Box kam. Leider fehlt auch bei ihr die Einlage, in die die Uhr eingebettet war.


    Wer eine solche Einlage hat, bitte melden.


    Nun dienen die beiden Boxen stilecht als edle Schlafstätte für diverse Accessoires ....














  • Die Midas-Kollektion wurde in den 60er und 70er Jahren in limitierter Auflage entwickelt und gebaut.

    Es handelt sich um die einzige - beziehungsweise eine der wenigen - echten limitierten Serien von Rolex.


    Die erste Referenz war die Herrenarmbanduhr King Midas, Ref. 9630, limitiert auf rund 700 Exemplare in Gelbgold und 150 Exemplare in Weißgold.

    Die nächste Auflage erhielt die Referenz 3580, noch strenger limitiert auf 450 Exemplare in Gelbgold und 90 Exemplare in Weißgold.

    Außerdem gab es eine Damenarmbanduhr namens Queen Midas mit der Referenz 3581, limitiert auf rund 100 Exemplare in Gelbgold und 40 Exemplare in Weißgold.

    Weitere Referenzen entstanden, nachdem die Midas-Kollektion Teil der Cellini-Linie wurde.


    Zum Uhrwerk wird berichtet, dass bis 1978 in der King Midas das Handaufzugskaliber 650 und ab 1978 das weiterentwickelte Kaliber 651 verbaut wurde.

    Dieses Kaliber basiert auf dem Piguet Cal. 21, das auch von Patek Philippe unter der Bezeichnung 177 verwendet wurde.



  • Die King Midas hat alles, was eine Uhr benötigt, um ein beliebtes Sammlerstück zu werden: eine traditionsreiche Marke, ein renommierter Designer, revolutionär im Aussehen, solides Kaliber, erste Rolex mit Saphirglas, eine interessante Story, edle Materialien und ein unwiderstehlicher Look.


    Vieles davon war mir nicht bekannt, als ich vor circa 25 Jahren meine erste King Midas in Händen hielt.


    Es war bei dem Rolex Konzessionär in Bonn. Ich weiß nicht mehr ob es NOS (new old stock) war oder eine, die er von einem Kunden in Zahlung genommen hatte. Jedenfalls kam sie im Laufe meines Gesprächs mit ihm auf den Tisch und sie hatte mich sofort in ihren Bann gezogen.

    An einen Kauf war nicht zu denken, da der Preis jenseits meines damaligen Budgets lag. Gekauft habe ich dann eine Submariner.


    Aber die Saat war gelegt - und ich habe in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer die Augen nach einer guten King Midas offen gehalten. Hier im Forum gibt es auch etliche “King Midas - Gesuche” von mir ...





  • Irgendwann ist auch die längste Reise zu Ende und im Mai war es dann endlich soweit. Ich hatte “meine” King Midas identifiziert.


    Italien ist für meinen Geschmack nicht das “sicherste” Land um eine Rolex zu kaufen, aber das ist sicher nur ein Vorurteil.


    Tatsache ist, dass sie dem Safe eines der renommiertesten Vintage Händler entstammt.


    Es sollte übrigens eine in Weissgold sein, weil die noch seltener ist - und weil sie so “tragbarer” ist, als die sehr auffällige gelb goldene Version.


    Nach dem Motto “Buy the seller” habe ich dann nach Cross Check mit José Pereztroika - ohne dessen okay ich keine Vintage Uhr kaufen würde - einen Termin in Livorno gemacht.


    https://www.mazzariolstefanolibrary.com/it/frontpage/


    Stefano hat sich als absolut seriös entpuppt und war sogar so freundlich, den Samstagvormittag wegen mir in seinem Büro zu verbringen. Für mich ein Erlebnis, weil es weniger ein Büro, sondern vielmehr ein Rolex Museum ist.









    Die Reise von Mallorca nach Italien war auch ein Erlebnis, über das ich vielleicht noch später berichte.

  • Hallo Hans,


    eine weitere geniale Vorstellung von Dir, die ich erneut mit großer Freude gelesen und genossen habe. Man lernt nie aus, auch in Hinblick auf die Erkenntnis, dass man(n) auch kleinere Uhren tragen kann - wenn sie von einem der größten Designer überhaupt gestaltet wurden!!!


    Viel Freude mit dieser Design-Ikone. Lass es aber bitte nicht die letzte Uhr sein, nach der Du jagst, es wäre schade, wenn es Dein Finale in Sachen "Uhrenvorstellung" gewesen sein sollte... ;)

  • Coole Uhr, Gratulation. :gut:


    Ich hatte am Anfang meiner Uhrenleidenschaft eine King Midas mit Lederband. Leider habe ich sie später in meinem jugendlichen Leichtsinn zerstört.

  • Hallo Hans,


    eine weitere geniale Vorstellung von Dir, die ich erneut mit großer Freude gelesen und genossen habe. Man lernt nie aus, auch in Hinblick auf die Erkenntnis, dass man(n) auch kleinere Uhren tragen kann - wenn sie von einem der größten Designer überhaupt gestaltet wurden!!!


    Viel Freude mit dieser Design-Ikone. Lass es aber bitte nicht die letzte Uhr sein, nach der Du jagst, es wäre schade, wenn es Dein Finale in Sachen "Uhrenvorstellung" gewesen sein sollte... ;)

    Keine Sorge, es wird nicht die letzte sein. Auch wenn ich dieses Jahr neben der King Midas schon die neue Rolex Batman und eine 249 “erlegt” habe, kommt mindestens noch die Panerai 1080 - sofern es mit der Produktion und Auslieferung bis Ende des Jahre klappt ...


    Die persönliche Abholung wird sicher ein tolles Event und ich hoffe, dass sich das nicht mit meinem Asienurlaub überschneidet ...


    Langfristig halte ich noch nach einer Arnold Schwarzenegger AP 26007 und einer AP Survivor Ausschau. Irgendwann kommen die hoffentlich auch ...



    Gruß

    Hans

  • Treu dem Motto “Der Weg ist das Ziel” hier noch ein paar kurze optische Eindrücke meiner Reise nach Italien. Somit verbinde ich nun mit der King Midas nicht nur das Gefühl eine tolle Uhr zu besitzen, sondern diese Reise ist für mich auch Teil der Historie dieses Stücks Uhrengeschichte.


    Flug nach Milan, weil ich in der Zentrale von Moncler noch eine andere Mission zu erfüllen hatte.












  • Hans, bis zu deiner Vorstellung kannte ich diese Uhr nicht. Wenn ich sie so gesehen hätte, wäre ich nie darauf gekommen, das sie aus den 60er Jahren stammt.


    Unglaublich, welch zeitlose Designs Herr Genta geschaffen hat.


    Viel Spaß mit dieser sehr besonderen Rolex und danke für die Vorstellung :gut:

    :wink: Benny :wink:

    Die junge Generation hat auch heute noch Respekt vor dem Alter; allerdings nur noch beim Wein, beim Whisky und bei Möbeln.
    Truman Capote