Frage zu Ablauf und Kosten Wartung Omega Speedmaster

  • Hallo zusammen,


    hat jemand Erfahrungen zur Wartungen bei Omega gemacht?
    Konkret geht es um die Wartung einer älteren OMEGA Speedmaster - vom Vater übernommen.
    Wie ist der Ablauf? Ich denke, ein einfacher Omegaverkäufer vor Ort, kann mir ja auch keine genauen Angaben machen und mir meine Fragen nicht beantworten.
    Die Fragen, welche ich habe sind konkret:
    - Prozess: der Omegahändler vor Ort wird die Wartung gewiss nicht ausführen? Wo findet die Wartung denn letztendlich statt? Wer diskutiert mit mir z.B. die Möglichkeiten bezüglich Armband usw.
    - Preis: ich habe bei Omega auf der Homepage gelesen, die Wartung kostet 675Euro. Ist da dann alles drin, oder kostet jede Dichtung dann noch extra? Werden kleinere Kratzer im Gehäuse und im Glas auspoliert?
    - Ich habe ein älteres Schließband mit Flexgliedern. Davon sind 2 ohne Spannung. Kann Omega das noch retten, oder ist ein Ersatzband fällig? Wie teuer wäre so eine Aufarbeitung oder ein neues Armband?
    - Irgendwelche Tipps?


    Vielen Dank vorab!!!

  • Erster Tipp: nichts überstürzen! Gerade bei Vintageuhren kann eine gut gemeinte Überarbeitung schnell in die Katastrophe führen. Und ich bin mir nicht sicher, ob Omega Pforzheim hier die erste Adresse ist. Es gibt hier einige Spezialisten, die dir bestimmt helfen können. Vielleicht zeigst du auch mal ein Bild Deiner Uhr. Ich würde immer versuchen, den Originalzustand, so weit es geht, zu erhalten. Lieber ein kleiner Kratzer, der eine Geschichte erzählt, als ein seelenloses, rundpoliertes etwas.

  • Zu Omega Pforzheim gibt es unterschiedliche Erfahrungen, eine ähnliche Situation wie auch bei anderen Herstellern.


    Einieg Leute schwören darauf, die Ausführung besser im "Mutterhaus" in der Schweiz durchführen zu lassen.


    Ich selber kann dagegen nichts Negatives über Porzheim sagen.



    Generell scheint aber zu gelten, daß die Revision bei Omega auf Basis einer Mischkalkulation gerechnet wurde.


    D.h., wer eine Uhr hat, die top in Ordnung ist und lediglich zum "Wischwasser Nachfüllen" in die Werkstatt geht, bezahlt einen stattlichen Preis. Ich würde überlegen, es in diesem Fall einem erfahrenen, freien Uhrmacher zu überlassen.



    Ist dagegen tatsächlich das ein oder andere zu erledigen, ist der Omega Preis gar nicht so schlecht. Kleinere Teile sind auf jeden Fall im Standardpreis inbegriffen.
    Bei meiner letzten Uhr war tatsächlich etwas defekt und Pforzheim hat es zum regulären Listenpreis der Revi mitrepariert.


    Aufpreise werden offenbar nur dann fällig, wenn es etwas ganz besonderes ist ( extreme Vintage Modelle etc).. Man kann sich aber auch einen Kostenvoranschlag anfertigen lassen, wenn man unsicher ist.


    So Krimskrams wie Dichtungen sind dfinitiv drin. Und der im Netz genannte Preis stimmte nahezu genau mit dem überein, was ich schlussendlich bezahlt habe (offiziell über Omega Konzi)..

  • ja, erst mal vielen Dank für die Ratschläge und Tipps.


    zur dem "rundgelutschten" Gehäuse: ich habe den Eintrag gefunden. Man muss es mal nebeneinander halten, dann sieht man es natürlich auch als Laie. Ich kann mir vorstellen, dass es Uhrenbesitzer gibt, die sich sehr freuen, wenn Sie statt einer alten verkratzten Uhr ein fast neues Gehäuse haben, auch wenn dann natürlich vom Material schon etwas runter muss und die Konturen leiden. Also, wenn nach der Wartung noch Kratzer auf dem Gehäuse zu sehen sind, fände ich mir das persönlich kein Weltuntergang. Es kommen eh wieder neue Kratzer dran und dann ärgert man sich nicht allzu sehr.


    Mir ist wichtig, dass das Uhrwerk mal wieder ordentlich gewartet wird, was definitiv die letzten 10-15 Jahre nicht gemacht wurde und ein Armband dran kommt, auf das ich mich verlassen kann - und das jetzige ist nicht mehr in dem Zustand, dass ich allzu viel Vertrauen habe und muss fertig gemacht oder getauscht werden.


    Zum Armband habe ich woanders gelesen, dass es da keine Austauscharmbänder mehr gibt, sondern ein späteres Modell als Austauscharmband genommen wird. Die Frage ist, ob diese Flexglieder repariert werden können und von wem?

  • Beim Armband muss ich passen. Kann man aber bestimmt bei Omega nachfragen, wie das gehandhabt wird.


    Es geistert ein Tip in der Netzgemeinde herum, daß eine kleine Werkstatt in Hongkong ( ?) auf das Refurbishment von Bändern spezialisiert ist, spezielle Rolex, glaube auch Omega. Abwicklung soll angeblich gut klappen. Hab gerade keinen Link zur Hand, findet man aber bestimmt.



    Ansonsten - wie wär´s mit einem Nato Band zur Abwechslung ? Ist ja auch bei Omega ganz in Mode seit der Spectre Uhr. Bei meiner Speedy lag auch ein Nato im Köfferchen bei. Hab es noch nicht montiert, aber rein optisch macht es einen sehr guten Eindruck.

  • Ich würde sagen das Armband wird durch ein neues ersetzt. Dieses Modell ist IMHO noch lieferbar. Mal so eine Hausnummer, zwischen 400 und 500 Euro musst du dafür rechnen.


    Wenn du bei Omega zur Revi geben willst, du kannst die Uhr auch direkt nach Pforzheim, also ohne zwischengeschalteten Konzi, senden. Dann bist du der Vertragspartner und nicht dein Konzi. Ich würde es so machen. Einfach anrufen, mit den netten Mitarbeitern/innen reden und erklären. Die lassen die Uhr sogar bei dir abholen, alles Top.

    "When the first list was being drawn up in the rock and roll book of Genesis, it would have been: In the beginning, God created Pink Floyd."
    -- Rick Wakeman

  • Ich würde auch das Band komplett tauschen lassen. Ebenso das Plexi, das hat auch schon ziemliche Kampfspuren. Da du noch das schöne ZB mit Tritium hast würde ich aufjedenfall veranlassen, dass dieses erhalten bleiben soll!


  • Das M.Young. Aber macht der nicht nur Rolex? Ich glaube Patrick aka John McClane hat da Erfahrungen.

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    Grüsse Jan aka " Der Niveaulounger "


  • Also wenn es meine wäre......


    würde ich mir das Original Band dazu kaufen, wie gesagt, das gibt es noch, und die Uhr komplett revidieren lassen. In Pforzheim, ich habe Vertrauen zur Omega Abteilung der deutschen Swatch Niederlassung, Alternativ dann in Biel.


    Dann hast du eine Top revidierte Uhr mit 2 Jahren Hersteller Garantie. :gut:


    .....aber es ist ja nicht die meine.

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    -- Rick Wakeman

  • Während bis vor einigen Jahren ein optischer Neuzustand bei Revisionen angestrebt wurde, versuchen heute viele Sammler, den Originalzustand der Uhr zu erhalten. (Ist bei Oldtimern mit Verbrennungsmotor nicht viel anders). Wie es aussieht, ist das Gehäuse Deiner Uhr in einem sehr guten Zustand. Die Kanten scheinen noch scharf zu sein, tiefe Kratzer nicht vorhanden. Das ist schon nicht so häufig für eine solche Uhr. Mit einer Politur würde Deine Uhr an Wert verlieren. Es gibt auf Vintage Omega spezialisierte Uhrmacher. Leider kenne ich mich in dem Bereich nicht so aus, aber an Deiner Stelle würde ich in die Richtung recherchieren. Auch ein Austausch von Zeigern oder Auffrischung des Zifferblatts wäreabsolut unnötig und würde den Wert der Uhr deutlich mindern. Ich bin mir nicht sicher, was da in Pforzheim gemacht wird und was man im Auftrag ausschliessen kann. Ich hatte dort mal eine Uhr, die danach neue Zeiger hatte und keine scharfen Kanten mehr. Gottseidank war es nicht so eine tolle Vintage-Uhr wie Deine.


    Ps. Vielleicht magst Du schreiben, aus welcher Gegend du bist. Evtl. hat dann jmd einen Tipp für Dich, was Uhrmacher anbelangt

  • Also ich würde ebenso eine Revision machen lassen UND das originale Armband neu dazukaufen solange man es noch kaufen kann.
    Wenn man sich gegen den Kauf des Armbandes entscheidet und dies z.b. 1 Jahr später bereut, wäre es möglich das das Band dann nicht mehr lieferbar ist und schon beisst man sich selbst in den A*rsch.


    Aber am Lederarmband (ein schönes braunes Zulu-Armband zum Beispiel) sieht die Speedy top aus und so ein Armband ist selbst von einer guten Qualität nicht teuer (unter 50 Euro).


    Ganz auf dieses klassische Metallarmband würde ich aber nicht verzichten, dafür sieht die schöne Speedy daran einfach zu gut aus :gut:

    Gruß Daniel (bekennende "polishing-cloth-Pussy") :G


    Aktuelle Uhren in der Box:
    Omega Aqua Terra >15.000 Gauss / Omega Speedmaster Moonwatch
    Rolex Submariner 114060 / Tag Heuer Aquaracer 300m

  • Vielen Dank für die wertvollen Hinweise! Bin nun einiges schlauer!


    Natoband musste ich erst mal schauen was das ist. Gefällt mir sehr gut - sehr sportlich. Das mit den grau/schwarzen Streifen habe ich auch im Netz an einer Speedmaster gesehen. Steht ihr! Allerdings ein Metallarmband wollte ich doch haben und ein Natoband dann eher optional. Dann muss man ja auch vielleicht kein Original Omega Natoband nehmen, wass ja wohl eher gegen 200€ gehen würde. Auch ein braunes (cognac) Leder Duchzugsband hab ich mir angeschaut - auch schick! Wenn man passenden Gürtel dazunimmt - top!


    Das die Uhr an Wert verlieren würde, wenn man eine Revision mit allem Zipp-und-Zapp machen würde und alles austauschen lassen würde, was nicht mehr ganz frisch ist, hatte ich so nicht auf dem Schirm - ein wertvoller Tipp - vielen Dank für die klare Ansage! Der Vergleich zum Autooldtimer leuchtet ein - auch da sorgt ein wenig Patina für Charakter. Und es gibt kein Zurück wenn erst mal drüberpoliert wurde...


    Fraglich ist, ob man Omega für die Revision sagen kann, dass nur eine Uhrwerksrevision gemacht werden soll und der Rest gereinigt wieder zusammengebaut werden soll, ohne Politur und ohne Zeiger, Ziffernblatt, Lünetten- und Krohnenwechsel. Halten die sich daran oder befolgen die keine Wünsche, da der Anspruch ist, eine Quasi-Neuwertige Uhr wieder auszuliefern? Das Schlimmste wäre halt, dass man dort anruft und man Aussagen bekommt "ja, kein Problem, wir machen das schon" und die dann doch machen wie die es meinen oder wie die Vorgabe es vorsieht und hinterher heißt es "wir bitten Sie, das Versehen zu bedauern".


    Zum Armband habe ich folgendes gegoogled:
    Das Armband 1039 gibt es wohl nicht mehr neu.
    Gebraucht bei Ebay hab ich es gefunden - wie zum Beispiel aktuell die Aktion
    252419280746 für sportliche 1.450 Euro - und auch da sieht es aus, als
    wären einige Flexglieder ohne Funktion. Aber das wäre ich dann auch
    nicht bereit auszugeben für ein Armband. 500 - 600€ habe ich schon mit gerechnet, dann aber für ein neues. Das mit der Werkstatt in Hongkong - weiß da jemand mehr drüber? Ist das zu empfehlen? Ist das der Anbieter classicwatchrepair.com? Zunächst einmal habe ich gedacht, da kann bestimmt viel schief gehen, allein mit dem Versand/Zoll?
    Also da werd ich wohl erst mal Omega anschreiben, ob eine Restaurierung des Armbandes möglich erscheint, oder welches Austauscharmband es gibt.


    Ich wohne im Ruhrgebiet und arbeite im Rheinland. Also wenn jemand einen Experten zwischen Köln und Dortmund kennt, den er für solche Arbeiten zu empfehlen ist: Empfehlungen sind willkommen.

  • Hallo!


    Köln & Dortmund vielleicht nicht-aber Aachen. Meine Speedy wurde damals von Hauke Heffels revisioniert (auf Empfehlung nur das Werk, aber Hauke macht alles). Ich war sehr zufrieden und Hauke ist im Gebiet NRW eigentlich eine bekannte Speedy-Größe. Einfach mal gogglen.



    Gruß, Michael

  • Yep, genau. Das ist Classicwatchrepair.


    "Our specialty are Rolex bands. However we can also do Omega , Universal, Tudor and other steel and gold bands. ", steht auf der Webseite.


    Hab persönlich noch nichts dort machen lassen, aber das Feedback von anderen ist eigentlich positiv.


    Am nervigsten bei der Sache könnte Zoll & Co werden. Noch nicht mal preislich, sondern einfach wegen der üblichen Bürokratie.
    (Hab gerade wieder selber Spaß mit dhlcustoms Ar Query Handling, die einen halben Regenwald zu Dokumentationszwecken abgeholzt haben., für ein paar TShirts & Tassen.... :bash: ).



    Den Tip mit Hauke Heffels kann ich bestätigen. Gilt als Omega Spezi und erfahrener Restaurator.

  • Fraglich ist, ob man Omega für die Revision sagen kann, dass nur eine Uhrwerksrevision gemacht werden soll und der Rest gereinigt wieder zusammengebaut werden soll, ohne Politur und ohne Zeiger, Ziffernblatt, Lünetten- und Krohnenwechsel. Halten die sich daran oder befolgen die keine Wünsche, da der Anspruch ist, eine Quasi-Neuwertige Uhr wieder auszuliefern? Das Schlimmste wäre halt, dass man dort anruft und man Aussagen bekommt "ja, kein Problem, wir machen das schon" und die dann doch machen wie die es meinen oder wie die Vorgabe es vorsieht und hinterher heißt es "wir bitten Sie, das Versehen zu bedauern".


    Genau da wäre ich mir nach meinen Erfahrungen und einigem, was ich gelesen habe, eben nicht ganz so sicher.


    Ps. Prima, das Du die ganze Sache so besonnen angehst. Eine derart tolle Uhr mit persönlicher Geschichte ist ein echter Glücksfall und verdient das auch. Ich bin mir nicht sicher, ob es andere, in die Zeit passende, Metallbänder von Omega gibt. Du könntest ja auch mal hier schauen: https://omegaforums.net


    Hier: https://monochrome-watches.com…y-part-1-early-pre-moons/


    Oder hier: http://speedmaster101.com/


    Oder, oder, oder...

  • Armband 1125 passt, auch optisch. Gibt es noch neu. Warum im Netz recherchieren, frage bei einem Konzi, eventuell gibt es auch noch das 1039, und du wirst geholfen bekommen. Preis dürfte so um 450 Euro liegen.


    Du kannst die Uhr auch bei Omega revidieren lassen und darauf bestehen dass Zeiger und Zifferblatt nicht getauscht werden.


    Deshalb würde ich, wenn es meine Uhr wäre und ich das Geld anlegen kann und möchte, die Uhr dem Hersteller zur Revi geben. Wenn ich ein wenig sparen möchte so ist Hauke Heffels ein sehr gute Adresse. Original Armband kannst du dann immer noch beim Konzu dazu kaufen.
    Beachte auch, gerade was Teile auch Armbänder angeht, Omega beliefert nur noch Konzis.

    "When the first list was being drawn up in the rock and roll book of Genesis, it would have been: In the beginning, God created Pink Floyd."
    -- Rick Wakeman