Mühle Glashütte Preispolitik

  • Hallo,


    ich bin ein Uhrenliebhaber in den Anfängen (19J), habe mir vor einiger Zeit von meinem ersten selbst verdienten Geld eine "einfache" Automatikuhr gekauft (Miyota 9100 Movement), und vor einigen Tagen sah ich eine, in meinen Augen, wunderschöne Uhr beim Juwelier vor Ort. Ich begutachtete sie gleich, und war von dem Preis auch nicht überrascht, da mir Mühle bereits ein Begriff war.


    https://www.brogle.de/muehle-g…2D5Aj2EAkYAiABEgJHv_D_BwE


    Was mich jedoch bei diesem Preis sehr stutzig machte, war das Werk, es handelte´sich nämlich nicht einmal um ein Mühle eigenes Werk, wie es bei anderen Modellen von ihnen bei solchen Preisen der Fall ist, sondern um ein Eta 2892 , modifiziert mit Hauseigenem Rotor und Spechthalsregulierung, sowie "Großdatumsmodul Jaquet 3532".


    Nun frage ich mich, wie sie solch einen hohen Preis für eine Uhr rechtfertigen können, die ein Werk in sich trägt, welches man auch in Uhren für 600euro findet (siehe Hamilton). Ist eine dieser modifizierungen so teuer, oder ist das "Chronometer zerfitikat" so kostspielig?


    Hier noch eine andere Uhr von Mühle, welche bspw. 1950euro kostet, obwohl es für einen "Laien" wie mich sehr ähnlich ist, es tikt ja ein SW-260 darin. Wieso ist diese Uhr so viel billiger?


    https://www.hungeling.de/muehl…3fQw_KEAQYCSABEgIrXPD_BwE



    vielen Dank für eure freundliche Hilfe im vorraus,


    Jakob

  • Hallo Jakob,


    bei Deinen Überlegungen solltest Du berücksichtigen, dass eine Uhr nicht nur aus einem Werk besteht.
    IWC bietet ebenso Uhren an, die nichts anderes als ein ETA- Kaliber in sich tragen und noch DEUTLICH teurer sind.
    Beschäftige Dich ein wenig mit der Materie, dann wirst Du schnell feststellen, wie unterschiedlich Uhren trotz gleichem Werk sein können....

    Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne,

    Entzücken weilt auf unbetretener Düne,
    Gesellschaft ist, wo alles menschenleer,
    Musik im Wellenschschlag am ewigen Meer,
    Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr.


    Lord Byron

  • Moin Jakob,
    wie Fabian schon schrieb kann man eine Uhr nicht nur aufs Werk reduzieren.


    Nimmt man das Werk aus Ausgangspunkt für den Preis einer Uhr, dann muß man sich das Werk genauer anschauen.


    ETA hat 4 Qualitätsstufen bei ihren Werken, die im Einkaufspreis unterschiedlich sind, und Mühle verfeinert diese Werke noch mit hauseigenen Komponenten. So entstehen bei einem Eta-Mühle-Werk bis zum Einbau schon erhebliche Kosten, die zum Beispiel bei einer Marcello C. mit ETA-Werk nicht anfallen.


    Hinzu kommen dann noch Gehäusebearbeitung und Herstellung, Band ( ggf Bänder) Herstellung, und vieles mehr.

  • Hallo Jakob, Fabian und Bernd haben Deine Frage ja schon beantwortet. Insofern nur noch eine Anmerkung von mir.
    Bei ALLEN Luxusprodukten, Uhren gehören dazu, setzt sich der Preis nicht nur aus dem verwendeten Material und der Güte der Bearbeitung zusammen. Die Hersteller haben mit ihren Produkten auch eine bestimmte Zielgruppe im Blick, die sie durch die Preisgestaltung explizit ansprechen. Da kommen dann solche Faktoren wie Prestige und Gruppenzugehörigkeit zum tragen. I.d.R. funktioniert das auch ganz gut, siehe z.B. Rolex, JLC, IWC usw....wobei Mühle da eher bei den preiswerten Uhren anzusiedeln ist.
    Um es kurz zu machen, wenn einem Interessenten eine Uhr gefällt und er sie haben möchte und sich auch leisten kann, dann zahlt er den aufgerufenen Preis, wohlwissend das der erworbene, materielle Gegenwert häufig geringer ist. Bitte beachten, dass es auch zwischen UVP und "Straßenpreis" eine deutliche Diskrepanz gibt.