Uhren von FREDERIQUE CONSTANT und ALPINA - News, Fotos, Fragen

  • Danke Tom! :gut:


    Man muss wirklich den Hut vor der Leistung von FC ziehen. Sie sind damit sicher auch viel Risiko gegangen, aber wenn sich die Technologie durchsetzt, dann ist das nichts weniger als eine Revolution im Bereich mechanischer Uhren.


    Genau das - neue Wege zu gehen - fällt für mich unter Haute Horlogerie, ganz im Gegensatz zum 7 Millionsten Nachbau eines Tourbillons oder optischen Verschönerungen.

    Gruß, René



    Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

    Friedrich Nietzsche

  • Was die Robustheit bzw. Haltbarkeit dieses Siliziumschwingers angeht, habe ich keine Bedenken. Das ganze Teil schwingt nur um 6°. Wenn ich die Unruhspirale einer konventionellen Hemmung sehe, dann biegt die sich auch nicht weniger und ihre Masse schlackert bei Stößen vermutlich mehr in axialer Richtung. Erfahrung gibt es ja auch schon mit Silizium bei der Unruhspirale, den Ankerpaletten und des Hemmungsrads. Dass die Lagerung wie bei der Unruhspirale fehlt ist ein weiterer großer Vorteil, weil ja gerade da der meiste Verschleiß zu erwarten ist. Brequet hat sich an dieser Stelle eben wegen der Reibung und des Verschleißes die magnetische Lagerung einfallen lassen. Lageunabhängig ist das System dazu auch noch. Welche Lage ein ausgewuchtetes System im Raum einnimmt, ist nicht von Bedeutung. Dieser neuartige Schwinger und das Hemmungsrad lassen sich außerdem mit den bekannten und bewährten Halbleiterproduktionstechniken in großer Stückzahl und hochpräzise herstellen, was mit der wesentlich weniger aufwändigen Montage (so wie ich das sehe) in Zukunft einen Kostenvorteil darstellt. Wie ich das sehe, ist der Austausch des Schwingers für den Uhrmacher sicher nicht schwieriger als bei der herkömmlichen Unruh. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, diese Hemmung werden wir noch in preiswerteren Uhren sehen. Statt 26 Teilen nur 3 Teile zu motieren und der geringere Platzbedarf ist ja auch schon ein Wort. Nach meiner Meinung muss die Justage auch nicht unbedingt mit größeren technischen Klimmzügen verbunden sein. Eine präzise, spezielle, optische Laser-Stroboskop-Messung oder auch nur Laser-Reflexzählung (bei 6° Bewegungswinkel kein Problem) sollte relativ preiswert auf die Beine zu stellen sein. 40 Herz sind ja immer noch schnarchlangsam im Vergleich zu den Möglichkeiten mit gepulsten Lasern (und ungefährlich kleiner Leistung). Wir sind ja erst am Anfang dieser Innovation.

    Ihr merkt sicher schon, ich bin begeistert. Nach den Innovationen von Patek Philippe, Parmigiani Fleurier, Zenith Defy etc. halte ich das FC-System für das zur Zeit am meisten Erfolg versprechende bei den rein mechanischen Systemen. Eine Sonderstellung nimmt da Spring Drive ein, wovon ich genauso begeistert bin.

    Gruß aus WZ

    Wolfgang

    Du kannst die Uhr anhalten, aber niemals die Zeit.

    Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will. (Leonardo da Vinci)

    sapere aude

  • Vamos : Da bin ich ganz bei Dir, René. :gut:


    Unruhgeist : Noch mal vielen Dank, Wolfgang, für Deine fachlich wertvollen Ausführungen und Erklärungen. Du hast natürlich auch das technische und physikalische Wissen, um diese Neuentwicklung richtig einschätzen und erklären zu können. :verneig:


    Mal am Rande: Dass die Niederländer nicht nur für guten Käse, schöne Tulpen, sehr leckere Matjesbrötchen auf dem Samstags stattfindenden Markt in Venlo und lange Wohnwagenschlangen auf der Autobahn zur Ferienzeit stehen, sondern auch richtig gute Uhren bauen können, ist uns allen ja spätestens seit Christiaan van der Klaauw mit seinen hochwertigen, astronomischen Zeitmessern bekannt (die Matjesbrötchen in Venlo verbinde ich gern mit einem Besuch beim Klaauw-Konzi, um die Uhren zu bewundern). Es war aber auch ein Holländer, welcher die Uhren, die wir heute kennen, überhaupt erst möglich machte, nämlich Christiaan Huygens, der 1675 den ersten Unruhschwinger erfand und präsentierte, nach dessen Grundprinzip auch unsere heutigen Uhren noch ticken.


    Quelle Fotos: uhrenkosmos.com


    Und auch bei dem nun 346 Jahre später präsentierten neuen Oszillator von Frederique Constant waren Niederländer maßgeblich beteiligt, nämlich das Technologieunternehmen Flexous aus Delft. Ferner natürlich Peter Stas, der Gründer von FC, der die Umsetzung und die Zusammenarbeit mit Flexous maßgeblich in die Wege leitete. Und was für ein Landsmann ist Peter Stas? Richtig ... ein Holländer. Ohne Holland zur WM, ist ja noch OK :G, ohne Holländer wäre die Uhrenwelt aber ärmer. ;) Also viele Grüße an die Nachbarn.


    Beste Grüße

    Tom

  • Danke Tom. Ich hoffe, mit meine Erklärungen richtig zu liegen.

    Nun habe ich aber auch von Dir etwas Neues gelernt. Mit den Holländern habe ich auch mehrere Verbindungen. Der Stammsitz meines Ausbildungsbetriebs ist in Eindhoven. Später, als Mitarbeiter in der optisch-mechanisch-elektronischen Industrie zunächst mit Teilgebiet Waferinspektionsmaschinen war eine holländische Firma ein Konkurrent.

    Gruß aus WZ

    Wolfgang

    Du kannst die Uhr anhalten, aber niemals die Zeit.

    Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will. (Leonardo da Vinci)

    sapere aude

  • Ich habe im Netz mal noch ein kleines Video entdeckt, welches einfach aufgenommen und nicht groß überarbeitet ist. Hier kann man noch mal real den Lauf des Sekundenzeigers, der mich immer wieder fasziniert, und natürlich die neue Unruh, den Flexure-Oszillator, sehen:


    Quelle Video: YouTube / uhrenkosmos.com


    Beste Grüße

    Tom

  • Mmmmhhhh .... :grb: unser Stromnetz hat bekanntlich 50 Hz. Aber die Uhr wird ja nicht ans Stromnetz angeschlossen. :grb::grb: Nun, ich bin weder Techniker noch Physiker. Wenn, dann kann nur unser Chefingenieur Wolfgang ( Unruhgeist ) etwas dazu sagen.


    Beste Grüße

    Tom

    Denke da an Stroboscopeffekte.


    Entweder man erkennt Schwankungen im Stromnetz,

    oder an der Uhr :grb:

    und der Oszillator scheint zu „stehen“.

  • Die 50 Hz des Stromnetz sind dazu viel zu wenig konstant. Damit würde man immer eine Schwebung sehen.

    Zitat: "

    Von ±10 mHz bis 200 mHz wird die eingesetzte Regelleistung (RL) proportional von 0 % bis 100 % aktiviert. Längerfristig sind maximal Abweichungen von ±180 mHz erlaubt, kurzzeitig darf es Abweichungen von ±200 mHz geben. Der erlaubte Frequenzbereich im normalen Betrieb ergibt sich somit zu 49,8 Hz bis 50,2 Hz."

    https://www.netzfrequenzmessung.de/frequ_info.php

    Ich glaube, diese Abweichung von bis zu +- 14,4 Sekunden pro Stunde wollen wir bei unseren Uhren nicht.;)


    Gruß aus WZ

    Wolfgang

    Du kannst die Uhr anhalten, aber niemals die Zeit.

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    sapere aude

  • Genau diese Schwebung könnte doch interessant sein :grb:


    Vielleicht aber auch nicht :lolly:

    Könnte man so sehen. Fragt man sich dann ab und zu mal, geht die Uhr nun vorwärts oder rückwärts? :eek: :lol:

    Gruß aus WZ

    Wolfgang

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    sapere aude

  • Hallo zusammen,


    ich finde die Uhr und das Werk absolut gelungen. Die hätte ich gerne als FC-810MCN3S6, also mit dem blauen Blatt. Allerdings hat sie für mich zwei "Fehler":


    1. Das Lederband (könnte man sicherlich tauschen)

    2. 3ATM... das geht halt gar nicht :-(


    Von daher leider nicht alltagstauglich für mich. Und für das gelegentliche tragen dann in dem Fall zu "teuer".

    Als technikbegeisterter Uhrenträger ist die Uhr für mich aber trotzdem richtig interessant, vor allem weil mein lokaler Uhrmacher diese Marke im Programm hat...


    Die Ganggenauigkeit würde mich ja auch interessieren, vor allem lageabhängig auf der Zeitwaage, sofern die das überhaupt messen kann?! Nee, oder?!


    Grüßle Dietmar

  • Hallo Heiner,


    ich hab' das Weishi 1900 als Zeitwaage, die erkennt halt "automatisch" oder von Hand eingestellt die gängigen Frequenzen. Also in dem Fall könnte ich einstellen: 3600, 6000, 7200, 7380, 7440, 7800, 9000, 9100, 10800, 11880, 12000, 12342, 12480... immer solche Schritte weiter, bis von oben herunter gezählt wäre das höchste dann 43200, 36000, 32400, 28800, 25200, 21600...


    Aber die "Beat Rate" der FC würde vermutlich nicht erfasst werden. Für die Weishi-Geräte wäre mir auch nicht bekannt, dass man da irgendwo ein Firmware-Update runterladen kann, obwohl das Gerät hinten eine USB-B-Buchse hat, über der steht: Frequency Calibration. Leider war bei dem Gerät auch nur eine spärliche Bedienungsanleitung dabei und keine Angabe auf irgendwelche Software-Download-Links oder ähnliches.


    Das Hauseigene Tool von FQ schaut aber interessant aus! Ob ich mir das als zweites zulegen soll? *grübel*


    Gruß Dietmar

  • Das dürfte eigentlich nur eine Softwaresache sein, das Mikrofon müsste ja auch höhere Frequenzen aufnehmen:



    Gruß Heiner :wink:

    Die 40 Hz sind sicher nicht das Problem. Mit Software wäre das tatsächlich leicht zu lösen. Früher oder später gibt es dazu bestimmt auch etwas von Weishi. Das Bimmeln der FC ist aber wahrscheinlich auch einiges leiser als bei den herkömmlichen Hemmungen, denke ich. Die Art des Ankers und der Zähne des Hemmungsrads deuten darauf hin.

    Gruß aus WZ

    Wolfgang

    Du kannst die Uhr anhalten, aber niemals die Zeit.

    Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will. (Leonardo da Vinci)

    sapere aude

  • Vielen Dank für Deinen Beitrag, Dietmar. Wie ich gelesen habe und ja auch logisch erscheint, bei dem Tempo, welches das Werk vorlegt, ist eine normale Zeitwaage mit einer Messung total überfordert. Hier ist ja auch kein Ticken mehr zu hören, sondern nur ein leises Surren. Wie Wolfgang weiter oben schrieb, ist das System lagenunabhängig.


    Ääähhh ... :grb: wieso findest Du das Lederband schlecht? Das ist aus Alligator und, nach meinen Erfahrungen mit den Bändern an den FC-Uhren, sicher von sehr hoher Qualität. Tauschen kann man es aber ohne Frage. Ich habe an meinen FC´s zwischenzeitlich auch andere Bänder, i.d.R. von Kaufmann.


    Klar, die 3 bar sind jetzt nicht der Knaller nach heutigen Maßstäben. Aber es ist ja ein Dresser und keine Sportuhr. Ich komme bei meinen Uhren mit 3 bar wunderbar zurecht. Außerdem: So lange der in meinen Augen Heilige Stuhl (PP) seine Grandes Complications, also die Aushängeschilder schlechthin, auch nur mit 3 ATM ausstattet, muss sich FC nicht schämen. ;) Aber ist schon verständlich. Für jemand, der öfters mit Wasser in Kontakt kommt, z.B. auch durch die Arbeit, sind 3 bar nicht gerade praktisch. Vielleicht ne Plastiktüte rum kleben. :lol:


    Pam-Man : Schönes Osterbild mit Deiner tollen Schwarzen, Stefan. :gut:


    Beste Grüße

    Tom