Beiträge von Flopi3

    @ Jan, es geht nicht um Automatisierung oder nicht. Das ist der Lauf der Zeit.
    Mein Punkt war, dass dadurch schlicht ein paar Jahre zu früh zu viel Kapazität ausgelastet werden musste und dadurch einfach zu viele Uhren in den Markt gedrückt wurden.

    Ich kopiere meinen Beitrag aus dem Schnapper-Faden mal hier hin; da passt es m.E. besser:



    Was auch sehr gut zu erkennen ist in der Nachbetrachtung. Angelo Bonati hat in den letzten 5 Jahren seines Schaffens ein ganz schönes Feuerwerk abgebrannt....die SE's auf 10-12 Jahre verteilt wären für die Entwicklung der Marke wesentlich besser gewesen.

    JMP ist ja keiner der vorher Tütensuppen verkauft hat. Er kennt die Branche und wusste ganz genau auf was er sich bei Panerai einlässt...deshalb setzt er erst mal auf 'Modernität'.

    Tatsache ist eben auch das er sich mit der 'wahren' Geschichte und das spezielle Klientel bei Panerai (noch)nicht auskennt und bei vielen Dingen daneben tritt.


    Das Netz vergisst halt nicht und das könnte ihm auch irgendwann vor die Füsse fallen.


    A. Bonati hat sicherlich sehr vieles Richtig gemacht. Aus meiner Sicht liegt die "Wurzel des Übels" in einer Fehlentscheidung: Die Manufaktur in Neuchatel.


    Das Werk ist schlicht überdimensioniert. Im Nachhinein scheint auch klar, warum. Beim Besuch erzählt der Leiter der Manufaktur, Jerome Cavadini, dass er zuvor bei Girard Perregaux gearbeitet hat und Gino Macaluso ihn durch die BMW Werke geschickt hätte, um zu schauen, was sich aus der Automobilfertigung auf eine moderne Uhrenmanufaktur übertragen lässt. Und da fällt vor allem eines auf: Automatisierung. All das lässt sich in Neuchatel wunderbar besichtigen, hat jedoch einen Nachteil: damit sich die Automatisierung im Business Case wirklich rechnet, braucht es Skalierung. Ohne eine bestimmte Produktionsmenge geht sonst die Rechnung nicht auf.


    Ich vermute einfach mal, dass das der Hauptgrund für die Dimensionierung der Fertigung in Neuchatel war. Und damit war schlicht vorgegeben, wie viele Uhren jedes Jahr zu produzieren waren bzw. sind. Das war natürlich für den Markt zu dem Zeitpunkt der Entwicklung von Panerai deutlich zu viel und in der Folge mussten also immer mehr Varianten konzipiert werden, um ständig Neues bei Handel zu platzieren. Der Rest ist bekannt.


    Wenn JMP da wirklich "umsteuern" will, wird er aus meiner Sicht vor allem eines tun müssen: den Output deutlich zu reduzieren. Dann lässt sich auch das Portfolio bereinigen und SEs und Varianten können wieder mit Umsicht (und nicht auf Masse getrimmt) in den Markt kommen. Wenn er dann noch den Vertrieb wieder auf Luxus trimmt und mit Konsequenz Rabatte und Verkäufe in den Graumarkt sanktioniert, kann er Panerai in ein paar Jahren wieder nach ganz weit vorne entwickeln. Die Marke hat eines, um das viele Wettbewerber sie beneiden: eine hoch emotionale Marken DNA mit einem Design, das ein Gesicht in der Menge ist. Frage ist nur, ob der Konzern das zulässt und für ein paar Jahre auf Marge verzichtet.


    AP ist aktuell ein schönes Beispiel, wie man es machen kann (mal abgesehen von der Code 11:59 :bgdev:), wenn man nicht auf Menge, Menge und nochmals Menge setzt als Luxusmarke. Noch vor 10 Jahren gab es die RO mit deutlichen Nachlässen.

    Was auch sehr gut zu erkennen ist in der Nachbetrachtung. Angelo Bonati hat in den letzten 5 Jahren seines Schaffens ein ganz schönes Feuerwerk abgebrannt....die SE's auch 10-12 Jahre verteilt wären für die Entwicklung der Marke wesentlich besser gewesen.

    JMP ist ja keiner der vorher Tütensuppen verkauft hat. Er kennt die Branche und wusste ganz genau auf was er sich bei Panerai einlässt...deshalb setzt er erst mal auf 'Modernität'.

    Tatsache ist eben auch das er sich mit der 'wahren' Geschichte und das spezielle Klientel bei Panerai (noch)nicht auskennt und bei vielen Dingen daneben tritt.


    Das Netz vergisst halt nicht und das könnte ihm auch irgendwann vor die Füsse fallen.


    A. Bonati hat sicherlich sehr vieles Richtig gemacht. Aus meiner Sicht liegt die "Wurzel des Übels" in einer Fehlentscheidung: Die Manufaktur in Neuchatel.


    Das Werk ist schlicht überdimensioniert. Im Nachhinein scheint auch klar, warum. Beim Besuch erzählt der Leiter der Manufaktur, Jerome Cavadini, dass er zuvor bei Girard Perregaux gearbeitet hat und Gino Macaluso ihn durch die BMW Werke geschickt hätte, um zu schauen, was sich aus der Automobilfertigung auf eine moderne Uhrenmanufaktur übertragen lässt. Und da fällt vor allem eines auf: Automatisierung. All das lässt sich in Neuchatel wunderbar besichtigen, hat jedoch einen Nachteil: damit sich die Automatisierung im Business Case wirklich rechnet, braucht es Skalierung. Ohne eine bestimmte Produktionsmenge geht sonst die Rechnung nicht auf.


    Ich vermute einfach mal, dass das der Hauptgrund für die Dimensionierung der Fertigung in Neuchatel war. Und damit war schlicht vorgegeben, wie viele Uhren jedes Jahr zu produzieren waren bzw. sind. Das war natürlich für den Markt zu dem Zeitpunkt der Entwicklung von Panerai deutlich zu viel und in der Folge mussten also immer mehr Varianten konzipiert werden, um ständig Neues bei Handel zu platzieren. Der Rest ist bekannt.


    Wenn JMP da wirklich "umsteuern" will, wird er aus meiner Sicht vor allem eines tun müssen: den Output deutlich zu reduzieren. Dann lässt sich auch das Portfolio bereinigen und SEs und Varianten können wieder mit Umsicht (und nicht auf Masse getrimmt) in den Markt kommen. Wenn er dann noch den Vertrieb wieder auf Luxus trimmt und mit Konsequenz Rabatte und Verkäufe in den Graumarkt sanktioniert, kann er Panerai in ein paar Jahren wieder nach ganz weit vorne entwickeln. Die Marke hat eines, um das viele Wettbewerber sie beneiden: eine hoch emotionale Marken DNA mit einem Design, das ein Gesicht in der Menge ist. Frage ist nur, ob der Konzern das zulässt und für ein paar Jahre auf Marge verzichtet.


    AP ist aktuell ein schönes Beispiel, wie man es machen kann (mal abgesehen von der Code 11:59 :bgdev:), wenn man nicht auf Menge, Menge und nochmals Menge setzt als Luxusmarke. Noch vor 10 Jahren gab es die RO mit deutlichen Nachlässen.

    Interessant seine letzte Antwort:


    "12. In your view, in what direction is the watch industry moving?

    We are eight billion people on the planet. So, there are around 80 million very wealthy people. Let’s divide this by four to have the top wealthiest people on the planet, 20 million. Last year, around 600,000 mechanical watches were made at top price. As you can see, there is a huge potential."


    Sapnnendes Thema, aber schwierig "zu greifen". Aus Sicht der Uhrenindustrie sind die tatsächlichen Daten noch viel attraktiver:


    Laut Global Wealth Report 2019 der Credit Suisse gibt es weltweit:


    499 Mio. Menschen mit einem Vermögen von 100.000 bis 1.000.000 Mio. US$

    + 47 Mio. Menschen mit einem Vermögen von über 1.000.000 Mio. US$


    Aber völlig unabhängig davon zählt bei dem Thema Uhren doch nur eins: wer hat tatsächlich Interesse an teuren Uhren und wie viele davon haben Interesse, auch mehr als eine Uhr zu besitzen.

    Was soll der Konzi sonst machen, wenn das Ding seit Jahren wir Blei im Laden liegt?

    Damit sollte der Hersteller auch kein Problem haben, das hat er nur, wenn aktuelle Modelle unter Listenpreis verkauft werden. Dann beschweren sich alle anderen Konzi beim Hersteller.


    Die Lösung liegt beim Hersteller. Als Luxusmarke, die das langfristig bleiben will, unterbinde ich solche Aktionen mit meinen Handelspartnern. Zur Not kaufe ich die Ware zurück und verticker solche Uhren über die eigenen Boutiquen. Das ist allemal besser fürs Markenimage als solche Discount-Botschaften. Und ob das nun eine aktuelle Uhr ist oder nicht, wissen hier die Nerds, aber kein normaler Kunde. Der sieht nur -30%.

    Marius, ich denke, du weißt selbst, wie das Geschäft mit Luxus funktioniert. Und hier gehts nicht darum, wer am Ende der Kunde von Panerai ist, sondern schlicht um gravierende handwerkliche Fehler der Marke.


    Vielleicht sollte JMP mal darüber nachdenken, sein Team in D neu aufzustellen.

    Ich denke, wichtig ist nur, dass Lothar Schmidt einen Plan für seine Nachfolge hat.

    Muss er den offen kommunizieren? Nicht notwendigerweise. Solange er sich fit genug fühlt, wird er Sinn weiter führen. Eine Nachfolge zu früh bekannt zu machen, geht oft schief. Der bisherige Chef wird zur Lame Duck und der Nachfolger kann nix richtig entscheiden. Gewonnen ist damit nichts.

    Ich glaub den Fehler den du machst ist jede Uhr mit den hochpreisigen Jaeger, Lange, Patek zu vergleichen.

    Richtiger wäre es die jeweilige Uhr mit Uhren im gleichen Preissegment zu vergleichen was Finish etc. betrifft.


    Ich versuche schon, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen, Bebbe und da hat sich Panerai im Vergleich aus meiner Sicht nicht besonders angestrengt:





    Dazu kommt die Info von einem Uhrmacher, dass Panerai die ETA's angeblich in der schlichten Ausführung bestellt und verbaut hat (bei ETA gibt es ja verschiedene Qualitätsstufen) und lediglich optisch "aufgehübscht" hat.

    -30% vom offziellen Konzi auf eine SE geht aus meiner Sicht gar nicht. Für eine Marke, die Luxusmarke sein will, ist das nicht förderlich.

    Ich kann nicht nachvollziehen, warum Panerai so etwas zulässt.

    Für diese "Probleme" gibt es doch den Grauhandel.

    Absolut, und die Werksverzierung ist eine Schau in Natura. Kann ich uneingeschränkt empfehlen 116/118 und 176G/177G, immer eine Sünde wert ;)


    Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich und ich finde diese Verzierungen nur noch "grottig" :bash:

    Da hat eine Maschine einfach so oft es eben ging das Wort "Panerai" graviert. Eine wirkliche Verzierung eines mechanischen Werkes sieht für mich anders aus.

    Ganz am Anfang meiner Bekanntschaft mit Panerai dachte ich noch, daran erkennt man die Fakes :lol:

    Die Uhr finde ich stark. Nur bei dem Schriftzug bin ich raus. "Luna Rossa" ist noch okay, aber bei "36th america Cup" wird es mir dann doch etwas zu spezifisch.


    Sehe ich auch so. Der Event-Schriftzug gibt der Uhr die Ausstrahlung eines Merchandising-Produkts. Passt für mich gar nicht zu einer hochwertigen Uhr.



    Die von Gerry auf dem Bild ist ein Prototyp, bei dieser Uhr ist das Ziffernblatt schön matt und offenporig von der Struktur her, hat mir sehr gut gefallen und hier hätte ich bestimmt irgendwann zugeschlagen. Die Uhr wie sie jetzt in den Boutiquen liegt hat ein mit Kunstharz beschichtetes Blatt, das wirkt billig und ist für mich ein klares no go. Da machen sie was gutes und irgendjemand kommt auf die Idee die Blätter shiny zu machen, klar am Ziel vorbei geschossen.


    Chris


    Das Material des Blatts soll aus dem Material der Luna-Rossa Segel sein. Die meisten Segel, die ich bislang bei America's Cup Booten live gesehen habe, waren aus glänzendem Kevlar. Also eine authentische Umsetzung für die Uhr. Ob das gefällt, ist eine andere Frage.

    Nun ja - mit der Due hat Panerai doch sehr erfolgreich eine neue Modellreihe etabliert. Und da ist doch noch eine Menge Luft für neue Modelle.

    Warum sollte jetzt eigentlich schon wieder eine neue Modellreihe kommen?

    Die Hersteller werden wohl eher ihren Fokus auf die Gewinnung von Kunden richten , die sie heute noch nicht gewonnen haben und weniger auf das schauen, was notorische Flipper erwarten.