Beiträge von Flopi3

    Die Entwicklung findest Du traurig? Welche jetzt? Von Panerai? Von Paneristi? Von Zockern?

    Hi Volkmar,


    hatte ich doch geschrieben, was ich traurig finde :grb:

    Auf einen Punkt gebracht ist bei mir der Eindruck entstanden, dass der Hauptkritikpunkt das Thema Geld ist. Dem einen sind die Panerais zu teuer, anderen vermiest der Preisverfall der existierenden Uhren die Freude und bei manchen trifft gleich beides zu.


    Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bestätigt sich mein Eindruck. Bei anderen Marken, bei denen neue Modelle vielleicht bei typischen Marken-Fans auch nicht unbedingt hohe Emotionen auslösen (Bsp. Rolex Cellini), führt das trotzdem nicht zu solcher Kritik wie bei Panerai. Warum? Weil es die Preise bzw den Werterhalt der beliebten Stahl-Sporties nicht tangiert.

    Nachdem ich die ganzen Posts der letzten Tage nochmals in Ruhe durchgelesen habe, finde ich die derzeitige Entwicklung einfach nur noch traurig :(


    Auf einen Punkt gebracht ist bei mir der Eindruck entstanden, dass der Hauptkritikpunkt das Thema Geld ist. Dem einen sind die Panerais zu teuer, anderen vermiest der Preisverfall der existierenden Uhren die Freude und bei manchen trifft gleich beides zu.


    Um es vorweg zu sagen: ich finde die Preispolitik auch nicht ok. Ein Drama ist das aber nicht. Entweder kommt dann mal eine bestimmte Uhr nicht oder eben erst später aus dem Zweitmarkt.


    Beim Thema Panerai fallen immer wieder zwei Begriffe: Paneristi und Lebensgefühl. Vielleicht macht eine Rückschau Sinn:


    Zu Beginn war Panerai eine unbekannte Marke, die nicht zuletzt durch S. Stallone eine gewisse Bekanntheit erreichte. Einige Menschen fanden die Uhren und die Geschichte der Marke cool und kauften die Uhren. Motivation waren weder Wertsteigerungen noch Statusgewinn - beides funktionierte damals mit der noch unbekannten Marke nicht mal ansatzweise.


    Interessanterweise entwickelte sich aber etwas anderes: Panerai-Träger trafen sich und stellten fest, dass viele eine sehr ähnliche Lebensphilosophie teilten und einen ähnlichen Lebensstil pflegten. Die Paneristi-Community entwickelte sich - noch heute einzigartig in der Uhrenwelt. Ich kenne keine andere Marke, bei der Fans der Marke im Großen und Ganzen in Punkto Lebensstil so gut harmonieren.


    Geschicktes Marketing von Panerai kombiniert mit einer guten Produktpolitik ließen Panerai immer erfolgreicher werden. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatten sicher auch die Paneristi, die durch ihre Begeisterung in ihren persönlichen Umfeldern die Marke deutlich unterstützt haben.


    Mit zunehmendem Erfolg kamen jedoch auch andere Kundengruppen zu Panerai: Menschen, die Uhren für eine Zugewinn an Statussymbolik brauchen, Investoren und Zocker. All das trug dazu bei, dass Panerai noch erfolgreicher wurde, aber eben auch deutlich mainstreamiger.


    Und heute: Heute ist Panerai eine Marke, die sowohl für reine Uhren-Liebhaber als auch für Status-Suchende eine Menge zu bieten hat. Aus meiner Sicht sogar deutlich mehr als früher, da es eben verschiedene Modelle jetzt in den unterschiedlichsten Konfigurationen gibt (z.B. Zifferblattfarben etc). Nicht alles muss allen gefallen, aber jeder kann das finden, was ihm gefällt (und was noch nicht da ist, wird noch kommen ;) ). Und für diejenigen, die nicht bereit sind, die Preise für neue Uhren zu zahlen, gibt es einen ständig wachsenden Zweitmarkt, bei dem Preise zudem über Zeit immer attraktiver werden. Besser geht es eigentlich nicht.


    Für Zocker und Investoren hingegen wird die Marke zunehmend uninteressant. Ist das wirklich schlimm? Ich meine: Nö :flag:

    Das Interview ist für mich ein Witz, tun die "da oben bei Panerai" doch glatt so, als ob sie noch nichts von der aktuellen Marksituation mitbekommen hätten und ob jetzt "business as usual" angesagt wäre. :grb:


    Welche Wahl hat Bonati denn? Er kann in einem Interview ja schlecht offen darüber sprechen, dass Krise herrscht. Im Gegenteil: er muss alles versuchen, um eine positive Stimmung zu erzeugen. Dafür wird er letztlich bezahlt.


    Was tatsächlich gerade passiert, sehen ja selbst Leute, die nicht ständig in Foren unterwegs sind. Eine solche Neuheiten-Flut wie in 2016 gab es noch nie und allein das zeigt mehr als deutlich nach außen, wie panisch versucht wird, Umsatz und Ergebnis zu retten.


    Aus dem derzeitigen Teufelskreis kommt Panerai nur heraus, wenn a) der Markt plötzlich massiv anzieht (alle Daten zeigen allerdings in die andere Richtung), oder b) Panerai die Realität akzeptiert und die Produktion der Nachfrage anpasst und deutlich reduziert. Zeitgleich müssen wohl alle Akteure, die im Zweitmarkt aktiv sind (auf Verkäuferseite), akzeptieren, dass die notwendigen Abschläge auf gebrauchte Panerais deutlich wachsen werden. Bis auf die Käufer gefällt diese Situation natürlich keinem und so wird wohl noch eine Zeit ins Land gehen verbunden mit dem Versuch, sich doch noch irgendwie anders aus der Misere zu befreien. Mit ein wenig Glück zieht der Markt dann deutlich an oder aber der Katzenjammer wird immer größer.


    Wir werden also in der nächsten Zeit noch eine Vielzahl von Neuvorstellungen erleben und ich bin gespannt, was Panerai nach 2016 dazu alles noch einfällt.

    Auf die PAMs bezogen und die Emotionen...
    Bei der ersten PAM habe ich mich noch wie ein Kleinkind gefreut, bei der zweiten auch noch... Ab der vierten wirds dann was normales...
    D.h. der Zuwachs an Emotionen ist mit zunehmender Anzahl an PAMs geringer.
    Was ist also der Grund für 20 oder mehr PAMs (oder der PAM Referenzen)?

    Volkmar,


    es gibt Menschen, denen geht es nur um die jeweilige Uhr an sich und die Freude, sie zu tragen. Bei der Gruppe wird deine Annahme stimmen, dass mit jeder weiteren Panerai der Level an Emotion etwas zurückgeht, gerade weil die meisten PAMs ja nun sehr selbstähnlich sind.


    Andere Käufer ziehen ihre Emotion aus dem Besitz an sich und vielleicht dem Fakt, als erster oder zumindest sehr früh eine neue Uhr präsentieren zu können. Wenn das die Motivation ist, braucht es natürlich ständig was Neues. Dadurch wächst die Sammlung und eines Tages entsteht der emotionale Mehrgewinn, eben eine möglichst große Sammlung zeigen zu können, die andere nicht haben.


    Emotionen sind immer etwas sehr individuelles und für jeden unterschiedlich.

    Mir gefällt überhaupt nicht der Ansatz "Investment", der ist zumindest bei Panerai und auch bei anderen Uhrenherstellern aus meiner Sicht nicht gegeben. Investitionen tätigt man meinetwegen in Immobilien oder ähnlichen wertstabilen Gütern, aber doch nicht in Uhren. Man sollte da schon differenzieren, Spass, Tragegefühl usw. stehen hier im Vordergrund, austoben kann man sich an der Börse mit den entsprechenden Risiken, aber zum Teil mit schönen Renditen.
    Chris


    100%ige Zustimmung :gut:


    Wie aber passt diese Einstellung zu deinen kürzlich verkauften NOS PAMs (005, 292) - beide nicht getragen :grb::grb::grb:

    Was ich nicht verstehe: warum "verunsichert" das die Kunden? Es kann doch nur der vermeintliche Werterhalt bzw -zuwachs gemeint sein. Dann aber reden wir über ein Investment und nicht über eine Uhr, die gefällt und die als Luxusgut gekauft wird, weil man sich jeden Tag auf's neue darüber freut.


    Ja, als Investment taugt Panerai nicht mehr. Der Hype war sowieso völlig übertrieben. Aber schöne Uhren hat die Marke nach wie vor.


    Grüsse :wink:

    Das Geld für Uhren habe ich übrig und beeinflussen nicht meinen Lebensstil., bzw muss ich nicht auf etwas anderes verzichten.


    Ich bin völlig tiefenentspannt in Hinblick auf das was dem guten alten Angelo noch so einfällt.
    Es gibt auch links und rechts noch Marken die es schaffen mich mit Ihren Modellen zu berühren, ich würde aber nie auf den Gedanken kommen mich von einer Marke 'zu verabschieden' weil mir die aktuelle Preis- / Modellpolitik nicht gefällt.


    Diversität macht doch dieses Hobby so interessant.


    Henrik und Jan haben es perfekt auf den Punkt gebracht :gut:


    Wenn ich mir die Entwicklung von Panerai einmal aus Sicht eines Investors bei Richemont ansehe, hat A. Bonati fast alles richtig gemacht:

    • Emotionale Marketingstory ausgebaut.
    • Den Hype um Stallone gut genutzt.
    • mit der anfänglichen SE-Politik den Hype um die Marke weiter befeuert.
    • Peu-a-peu die Werke auf Inhouse umgestellt.
    • Die Kollektion massiv ausgeweitet, um immer breitere Kundengruppen zu bedienen und Panerai auch für jene tragbar zu machen, die keine 47mm Klopper tragen können oder wollen.


    • Einzig die Preisgestaltung sehe ich kritisch. Hier hat Panerai aus meiner Sicht ein wenig den Boden unter den Füssen verloren und glaubt die eigene Marke deutlich höher positioniert, als sie im Wettbewerbsumfeld tatsächlich ist. Hätte sich Panerai beim Thema Preisanpassung ein wenig mehr Zeit gelassen, könnten sie mittel- bis langfristig deutlich erfolgreicher sein.



    Die meisten Uhrenkäufer kaufen ab und an eine Luxusuhr und das beim Konzi. Die wenigsten werden sich bei ihrer Wahl dadurch leiten lassen, welchen Werterhalt die Uhr hat. Bei Luxusprodukten geht es vor allem darum, ob sie emotional ansprechen und ob man bereit ist, dafür Geld auszugeben. Und ich meine ausgeben und nicht investieren.


    In Foren wie diesem hingegen tummeln sich vermutlich mehr Jäger als Sammler bzw "normale" Uhrenkäufer. Uhren werden als Luxus-Mode-Accessoires regelrecht konsumiert, der Drang nach ständig Neuem scheint kaum sättigbar. In dem Kontext spielt der Werterhalt dann natürlich eine Rolle, wenn man nicht eine Goldmine oder Ähnliches besitzt.


    So wird auch verständlich, warum sich Frust breit macht, wenn der Werterhalt nicht mehr gewährleistet ist und Flippern richtig teuer wird. In den letzten Jahren haben vor allem Rolex und Panerai Werterhalt geboten. Und beide Unterforen gehören „zufällig“ zu den am stärksten frequentierten Bereichen in der WL.


    In dem Zusammenhang noch eine Beobachtung zum auch ab und an erwähnten Vergleich von Panerai mit Rolex: Die Vielfalt der Rolex-Palette (inkl. aller Zifferblattvarianten) ist für mich ebenso unüberschaubar wie die von Panerai, nur wird in Foren interessanterweise sehr stark auf die üblichen Sport-Modelle fokussiert und nur die halten aus meiner Sicht ihren Wert recht stabil. Kritik an der vielfältigen Modellpalette von Rolex kenne ich keine.

    Wenn man das Interview mit Bonati liest, überlegt was schon alles da ist, sich erinnert, dass die Wasserdichtigkeit neuer Modelle ständig zurückgeht, lässt das einen Schluss zu:


    Es kommt ne Panerai Fliegeruhr :grb:


    :lol::lol:

    14900?? Ehrlich?? Wertigeres Bronze als bei den letzten Beiden? :lol:
    Wenn es nicht so traurig wäre....


    Selbst bei 1000 fliegt sie nicht zu dem Preis. Spekulanten können nicht mehr verdoppeln und bei den Fans Jemanden zu finden, derzeit, der 25K für Bronze auf den Tisch legt.....viel Glück!
    Die gibt es dann wie andere SEs mit 20 Prozentpunkten

    so sehe ich das auch.


    Auch wenn es einige nicht wahrhaben wollen: der Panerai Hype ist vorbei. Die Marke wird ausgeschlachtet, um die Erträge bei Richemont temporär zu sichern. Und da sich - nach Aussage einiger Konzis - normale Kunden bei den abgehobenen Preisen zunehmend zurückhalten, wird jetzt nochmal versucht, maximal die Sammler an die Kasse zu bekommen.


    Der Knall kommt dann ein wenig später - , wenn auch alle SEs im Preis nach unten gehen und plötzlich großes Klagen einsetzt.


    Also alles kaufen, was wirklich selbst gefällt und nicht auf die Preisentwicklung schauen. Alles andere macht nicht glücklich

    Moin Volkmar,


    deine Einstellung ist nachvollziehbar - letztlich stehen auch Hobbies im Wettbewerb zueinander.


    Deine Einschätzung zur Entwicklung von Panerai teile ich. Wenn die Modellflut in 2017 so weiter geht, um die Rückgänge durch die Uhrenkrise auszugleichen, wird Panerai den Weg zur Mainstreammarke noch schneller als gedacht vollständig zurückgelegt haben. Das wird nicht ohne Auswirkungen auf die Preisstabilität haben und ich würde fast darauf wetten, dass die Preise für gebrauchte Panerais noch weiter nachgeben werden und dies zunehmend auch die SEs betrifft. Letztlich sind die SEs - wie bei Hublot - nichts anderes mehr, als ein Hardselling-Tool. Und sollte sich die Einschätzung bewahrheiten, wird es interessant sein zu beobachten, ob dann einige sogenannte Sammler diese Uhren immer noch im Koffer aufbewahren oder dann doch versuchen, möglichst schnell Kasse zu machen. We shall see.




    Chris


    Gerade bei Schiffsschrauben möchte man möglichst wenig Korrosion, da jede korrodierte Oberfläche die Hydrodynamik schwächt und damit die Geschwindigkeit beeinflusst! Daher werden spezielle Legierungen genutzt, die möglichst wenig korrodieren und zusätzlich Operanoden z.B. aus Zink angebracht. Diese Operanoden ziehen die Korrosion auf sich, verbrauchen sich damit und müssen regelmäßig getauscht werden.


    Übertragen auf eine Bronzo würde das bedeuten, dass zumindest der Kronenschutzbügel plus ev. die Lünette aus Zink bestehen müsste und dann - je nachdem wie oft man ins Meer geht - nach einiger Zeit ausgetauscht werden müssen.

    ... Material passt doch zum Meer sehr gut
    Chris


    Wie bitte ????


    Das genaue Gegenteil ist der Fall: ein Material, dass im Einsatzumfeld so schnell korrodiert, dass man fast zusehen kann, ist wohl komplett fehl am Platze.
    Wenn man Uhren und ihre Materialien natürlich primär oberflächlich nach Modeaspekten oder Wertzuwachspotenzial betrachtet ...

    Moin Olli,


    Was ich von Hublot halte, ist ja hinreichend bekannt.


    Aber dein emotionaler Post las sich sich großartig und mitreißend. klasse geschrieben. Und da dir die Uhr gefällt: viiiel Spaß mit dem tollen Teil und bewahr dir diese Freude am Tragen :gut::gut: