Beiträge von kronenrocker

    anbei die Antworten von heute von Georges Kern:gut:



    1.   Wird es in Zukunft mehr Uhren mit den Tudor-Werken geben anstatt der ETA-Werke. Und wird es zukünftig noch weitere Kooperationen mit Tudor geben, wenn es um die Werke geht?

    G.K.: Wir werden weiterhin sowohl mit Tudor, mit ETA und mit Sellita zusammenarbeiten.

    In Bezug auf Automatik-Werke wird es bald auch ein In-House Manufakturwerk basierend auf dem B01geben. Dies ist dann das B40.



    2.   TAG Heuer hat mittlerweile den Weg zur Smartwatch gewagt. Ist bei Breitling auch eine Smartwatch denkbar? Wie sieht Breitling dieses Thema generell?

    G.K. Nein. Wenn jemand eine Smartwatch kaufen möchte geht er zu Apple und sicher nicht zu einem traditionellen Schweizer Uhrenhersteller. In diesem Segment würden wir der Entwicklung immer hinterhinken. Wir werden aber weiterhin «professionelle» elektronische Uhren herstellen (Emergency usw.). Das ist aber etwas ganz anderes.



    3.   Warum bietet Breitling kein Stahlband mit Schnellverstellung a la Omega Seamaster oder Rolex Submariner an?

    G.K. : Wir haben eine ganz tolle Schließe dieser Art entwickelt. Momentan sind die Produktionskosten leider noch viel zu hoch. Wir arbeiten nun an der Industrialisierung, um diese Schließe zu erträglichen Mehrkosten für den Konsumenten in die Serie zu übernehmen.



    4.   Mich würde interessieren wie sich zukünftig die Professional Reihe entwickeln wird. Wird es eine neue Aerospace geben?

    G.K. : Ja diese Linie wird nächstes Jahr einige Neuerungen erleben. Die Aerospace, die aufgrund von Engpässen in der Werkelieferung kurzfristig nicht verfügbar war, bleibt natürlich im Sortiment. Auch hier arbeiten wir an einem neuen Werk.



    5.   Das hin und her mit der Herstellung der Stahlbänder würde mich interessieren, werden diese noch intern hergestellt (Manufaktur en Suisse)?

    G.K. : Ja die Bänder werden in der Schweiz hergestellt. Da hat sich gar nichts verändert.



    6. Meine Frage an Herrn Kern zielt auf die derzeitige Eigentümerstruktur von Breitling und deren strategischen Ziele ab. Mit CVC ist ein Finanzinvestor Majoritätsgesellschafter, der zum Zeitpunkt des Cash-Outs eine signifikante Rendite erwirtschaftet haben möchte. In der Uhrenwelt ist spekuliert worden, dass ein Verkauf an Rolex nahe liegt, da ja schon Tudor-Kaliber von Breitling verwendet werden. Hält Herr Kern das auch für eine Option oder wird von den Gesellschaftern eher darüber nachgedacht, neben der Ausweitung des Asiens-Geschäfts Breitling durch den Zukauf weiterer Marken zu stärken.

    G.K.: Dazu kann man heute wirklich noch nichts sagen. Das ist viel zu früh. Wir haben erst seit 2 Jahren die Marke übernommen und müssen noch einiges angehen. Das was wir uns vorgenommen haben in Bezug auf die Internationalisierung der Marke, der Produkte Entwicklung, des Retail usw. wird noch Jahre dauern.



    7.   Was ist aus Georges Sicht die DNA der Marke und welches Image schwebt ihm für die Zukunft vor?

    G.K. Im Prinzip ist es das was wir jetzt gemacht haben und was tatsächlich der Geschichte der Marke entspricht.

    Wir sind in drei Segmenten tätig (Air, Land, Sea), sehen uns als „lässige“, „relaxte“ und „coole Marke“ für Männer und Frauen, die sehr aktiv und stilbewusst sind. Unser Design Credo ist das „modern retro“, also nicht Vintage, aber Modern mit einem Bezug zur Vergangenheit und teilweise basierend auf den unglaublich schönen Breitling Produkten und Design-Codes der letzten 100 Jahre.

    Das definiert unseren eigenständigen Stil und viel wird in diesem Zusammenhang noch nächstes Jahr erscheinen. Grundsätzlich haben wir nun ein 360 Grad Konzept von den Produkten, über die Kommunikation und den Boutiquen umgesetzt (muss noch zu 100% implementiert werden) welches sehr gut bei den Kunden ankommt.



    8.   Es muß eine neue Galactic-Reihe her, mit einigen Komplikationen, zb. Day-Date, oder GMT und in der Schale dürfte gerne ein Manufakturwerk ticken.

    G.K.: Nächstes Jahr wird es eine sportliche Damen Uhr geben, die die Galactic ersetzen wird.



    9.   Mich würde interessieren, ob sich Breitling zukünftig auch direkt mit dem Gebrauchtuhrenmarkt auseinandersetzt. Es gab schon Gerüchte, dass man zukünftig auch beim Kauf einen neuen Breitling seine alte Breitling in Zahlung geben kann.

    G.K.: Die gesamte Uhren Industrie befasst sich damit. In den USA ist das schon lange Teil des täglichen Geschäfts bei unseren Kunden (siehe Tourneau). Watchfinder ist zB. die digitale Antwort auf die „trade in“ Herausforderung. Alles was es in anderen Industrien schon lange gibt (Automobil Industrie oder Mode) wird es auch in der Uhrenindustrie geben.



    10.        Ich hätte gerne gewusst, ob es die Referenz AB0910371B1X1 - Navitimer Ref. 806 1959 Re-Edition - vielleicht demnächst als unlimitierte Version geben wird?

    G.K.: Vielleicht in anderer Form/Design. Die Idee kommt tatsächlich immer wieder auf.



    11. Warum wird nicht eine völlig neue Uhren Type herausgebracht, der nicht Retro ist?

    G.K.: Die Avenger wurde gerade erneuert. Das gleiche gilt für die SuperOcean. Dies simoderne Produkte. Es kann aber in Zukunft durchaus auch noch eine neue (sub) Linie geben.





    12. Ist Designchef Guy Bove noch in Ihrem Team?

    G.K.: Nein, Guy, mit dem ich schon bei IWC gearbeitet habe, ist seit einem Jahr wieder in Genf. Er hat wieder geheiratet und hat dort ein Haus für seine Familie gebaut. Er ist nun bei TAG Heuer. Sylvain Bernon, mit dem ich für das online Produkt BAUME zusammengearbeitet habe, ist seit ca. einem Jahr bei uns Chef Designer. Auch er ist ein ganz toller und talentierter Typ.



    13. Hallo, meine Frage an Herr Kern ist, wie nun die Marke Breitling "Luxustechnisch" positioniert ist?

    G.K.: Ich glaube der Luxus und die Definition von Luxus hat sich in den letzten Jahren ganz massiv verändert, und zwar hauptsächlich, weil sich der Kunde verändert hat. Ich rede in Bezug auf Breitling ja immer von „inclusive luxury“. Wir sind zwar begrenzt verfügbar und in einer gewissen Preis-Kategorie, aber wir müssen insbesondere für die jüngere Kundschaft „nahbar sein“ und zwar in der Art, wie wir mit dem Kunden reden (online und offline), wie wir unsere Boutiquen gestalten (Loft/Industrial style), mit welchen Sportarten wir verbunden sind usw. Der Kunde muss sich damit wirklich identifizieren können.



    14. Ich habe die Super Avenger 2 – eine tolle Uhr. Dennoch frage ich mich, warum so wenig Aufmerksamkeit an eine brauchbare Lume verschwendet wird? Schlechter habe ich es an noch keiner Uhr erlebt. Nicht einmal China "Hommagen" geraten da ins Hintertreffen. Eine Uhr mit dem Listenpreis und ich kann sie 20 Minuten nach Licht aus quasi nicht mehr im Dunkeln ablesen. Was wurde da überlegt? Ich nehme an, an den 2019er Modellen verhält es sich nicht besser?

    G.K.: Ich kenne dieses Problem nicht. Ich checke das mit dem Produkte Team.



    15. Warum wird immer wieder bei Zifferblättern an Qualität gespart (Super Avenger: Schwingen Logo Weissgold alt, jetzt nicht mehr).

    G.K.: Es hat sich rein gar nichts in Bezug auf die Ziffernblätter verändert. Sie sind genauso qualitativ wie früher. Die Logos in Gold gibt es schon seit 2014 nicht mehr.



    16. Sind die Gläser nach wie vor beidseitig entspiegelt?

    G.K.: ja



    17. Warum stellt man in dem ziemlich beliebten Segment der Taucheruhren keine Alternative mit dem Inhouse- Kailber von Tudor als Konkurrenz zu Seamaster Diver, Tudor Pelagos / Black Bay, Rolex Submariner und Co. bereit?

    G.K.: Kann man sich überlegen. Why not. Nur zur Info, seit dem wir die Superocean neu aufgelegt haben, ist der Rausverkauf um 50% gestiegen! Wir können kaum liefern. Das Produkt ist heute einfach «aufgeräumter» und moderner und preislich sehr kompetitiv positioniert.

    18.       Wird sich das Netz der Konzessionäre weiterhin verkleinern und wird vermehrt

    auf die Boutiquen gesetzt?

    G.K.: Weniger Partner und mehr Partnerschaft lautet das Kredo. Die Zeiten ändern sich halt und der Kunde ist sehr mobil geworden und sucht nach einem breiten Angebot bzw. auch nach der Erlebniswelt der Marke, sprich den Boutiquen.

    Gemäß einer McKinsey Studie wollen insbesondere die Millennials die Erlebniswelt der Marken-Boutiquen erfahren, obwohl zu 70% der Kaufentscheid über die Online Kanäle abläuft (digitales Marketing). Der Kaufprozess hingegen bleibt komplett „multi-Chanel“ dh. Handel, Boutiquen (intern und extern), duty-free und natürlich e-commerce. Zudem müssen wir den Graumarkt bekämpfen, der vom Handel ausgeht. Daher müssen leider die Händler geschlossen werden, die der Entwicklung und den Anforderungen der Marke nicht mehr folgen können. Wir haben schon 250 Verkaufspunkte geschlossen und nähern uns dem, was die vergleichbaren Marken als Händlernetz vorzuweisen haben. Mit anderen Worten folgen wir der normalen Entwicklung des Marktes.

    19.        Werden bald nur noch Manufaktur Werke verbaut oder wird, dass ETA 7750 erheblich umgebaut um es zu für die Zukunft mit neuen Materialien fit zu machen?

    G.K.: Breitling wird in Zukunft weitere Manufaktur Werke und Module auf den Markt bringen. Und natürlich arbeiten wir auch an neuen Materialien.



    20.        Mich würde interessieren wann Breitling wieder zum alten und von mir sehr geschätzten Macho-Image zurückkehrt.

    G.K.: Eines der Hauptprobleme der Marke war das veraltete Image. Wir haben vor zwei Jahren umgehend eine Marktstudie durchgeführt und die Resultate waren sowohl bei Frauen wie auch bei Männern verhehrend. Und zwar weltweit. Die Marke war gefühlt in den 80ern stecken geblieben. Tatsächlich sprach man in den „qualitativen“ Marktstudie Gruppen von „peinlich“, „nicht zeitgemäß“, „Proleten Marke“, „primitiv“, „lächerliches und beleidigendes Frauen Bild“ usw. Dies erklärt sicherlich teilweise auch warum die Marke den Umsatz über Jahre nicht hat steigern können. Unsere neue Kommunikation mit unseren heutigen Themen bzw. deren Darstellung (die Squads) ist heute wieder stilvoll und hat Klasse und ist mit den Botschaftern (Männer und Frauen) die daran teilnehmen auch klar differenzierend. Unser Image hat sich substantiell verbessert und wir werden in den neuen Marktanalysen als eine „der coolsten Marken“ der Industrie angesehen. Wichtiger noch, unsere Umsätze steigen wieder im starken zweistelligen Bereich. Natürlich spielen auch das bessere Produkt-Design und unsere anderen Aktivitäten (Digital, Verkaufspunkt, Print usw.) eine große Rolle. Es ist immer ein Paket von Maßnahmen welches den Erfolg einer Marke ausmacht.

    21.        Wird es wieder Navitimer mit Flügeln geben?

    G.K.: Vielleicht im Rahmen von limitierten Auflagen. Die 38mm und 41mm Navitimer Automatic Uhren sowie die neuen Farbkombinationen des Navitimer Chronographen verkaufen sich sehr gut. Die Linie wächst sehr stark im zweistelligen Bereich. Wir konnten hier viele neue Kunden gewinnen.

    22.        Warum werden immer mehr Sellita statt den ETA-Werken eingesetzt?

    G.K.: Wir erwarten den Entscheid der COMCO zu den ETA Werken per Mitte Dezember, dann wissen wir wie es weitergeht, ob wir wieder ausreichende Mengen von ETA erhalten. Sellita Werke sind aber sowieso genauso teuer und qualitativ gleichwertig.