Schliessen handgemacht...wie entsteht diese? Antworten mit vielen Bildern
Paneraibande
Zuerst möchte ich mich, wie es sich gehört, vorstellen. Ich komme aus dem Ösiland und habe immer schon gerne gebastelt, bin ganz verliebt in Panerais und es macht mir Spaß mit Leder und Metal zu arbeiten. Was liegt nun näher als Bänder und Schliessen selbst zu basteln. Die ersten Anfänge erzähle ich lieber nicht. Aber nach und nach ist doch aus den Dingern etwas geworden. Am meisten haben es mir die Krokos, uralten Ammos und exotische Häute angetan. Mittlerweilen habe ich da schon einiges an „Rohmateralien“ auf Lager. So beispielsweise einige Patronentaschen aus Schweizer Armeebeständen (Leder das über 60 Jahre alt ist, eine Tasche sogar aus 1918), Sitzbezüge von Porsche aus den 60ern, Krokohäute die bis zu 80 Jahr alt sind, und vieles mehr.
Auf die verrücktesten Ideen bringt mich allerdings unser allbekannter schräger Thies. So sind die Gemäldebänder, grünen Rochenbänder, verrückten Baseballbänder und hoffentlich in Zukunft noch weitere entstanden bzw. werden noch entstehen. Zur Zeit haben es mir schräge Baseballbänder ziemlich angetan.
Hier gleich einmal ein ganz großes Dankeschön an Thies, der mittlerweilen ein ganz guter Freund für mich geworden ist..“T der tT“ (Thies der .tolle Typ).
Soweit ein wenig über mich, nun zur Sache:
Wenn es Euch interessiert, möchte ich einen Beitrag einstellen, der die gesamte Entstehungsgeschichte einer Schliesse dokumentiert; von Anfang bis hin zur fertigen Schliesse; alles 100% Handarbeit. ...ca. 2,5-3 Stunden Arbeit pro Teil; threads zur Bandherstellung gibt es eh schon genug. Um nicht zu technisch zu werden habe ich einzelne Detailschritte ausgelassen.
Ich verwende 2 Materalien: Einerseits für die Damastschnallen, echten selbst hergestellten
Damaststahl (echter Damast, kein künstlich maschinell hergestellter bei dem sich jeder
Japanische Messerkünstler im Grabe umdrehen würde) und andererseits besten Deutschen
rost- und säurebeständigen Stahl 1.4436 kalt gewalzt (zum Unterschied zum viel günstigeren normalen
rostfreien Stahl 1.4301).
In der Beschreibung möchte ich beide Schliessen gleichzeitig erklären, da die meisten Arbeitsschritte gleich oder sehr ähnlich sind.
Schritt 1 Schmieden des Damaststahles
(bei den Niroschliessen fällt dieser Schritt natürlich aus).
Ich nehme mehrere Flachstähle (z.b. 5 Stk. a 30mm x 5mm x 150mm) und lege diese übereinander und verschweiße diese. Durch das Schmieden wird dieses Teil nach und nach dünner und gleichzeitig länger, bis ich ein Teil habe, dass nur mehr ca. 10mm dick aber
ca. 400mm lang ist. Dieses Teil falte ich in der Mitte und es entsteht ein 200mm langer ca. 20mm dicker Flachteil mit ca. 10 Lagen, der wieder in die Länge geschmiedet wird. Das wird immer wieder wiederholt bis das Teil aus so ca. 300 Lage besteht und fertig ist der rohe Damaststahl. Leider habe ich hier oft Ausschuss, da sich nicht immer alle Lagen sauber untereinander verbinden und der Stahl „aufblättert“.
Schritt 2 Aufzeichnen der Kontur
Beim fertigen Damaststahl sowie beim 1.4436-Stahl wird die Kontur der 22mm, der 24mm und der 26mm Schliessen aufgezeichnet. Beide Rohmateralien haben eine Stärke von ca. 5mm. Für die Dorne verwende ich entsprechend selbes Material, allerdings ca. 4mm stark. Auch diese Kontur wird genau aufgezeichnet.
Schritt 3 Herausschneiden der Kontur
Das ist der zeitintensivste Arbeitsschritt. Mit der Bandsäge wird die Kontur so genau wie möglich herausgeschnitten. Naja..was soll ich sagen..jede 5. Kontur verhaue ich leider.
Schritt 4 grobes Schleifen der Konturenkanten
Die einzelnen rohen Teile haben grobe Schnittflächen. Diese werden mit Hilfe einer Bandschleifmaschine sauber grob vor verschliffen.
Schritt 5 grobes Schleifen der Konturoberflächen
Die rohen Oberflächen der Schliessen werden mit der Flächenbandschleifmaschine relativ sauber verschliffen.
Schritt 6 Entgraten der Kanten
Ich breche die Kanten mit einer kleinen Handschleifmaschine.
Somit sind die Schliessen und Dorne grob fertig
Schritt 7 Anzeichnen und Körnen der Löcher für die Bolzen
Die Stirnseite wird mit Farbe versehen und mit der Anreißnadel genau mittig angerissen. Mit
dem Handkörner wird genau im Abstand von 5mm eine Kerbe eingeschlagen. Der exakte Punkt and dem später sauber gebohrt werden kann. Auch die Dorne müssen so angezeichnet und gekörnt werden.
Schritt 8 Biegen der Schliessen.
Damit sich die Schliesse schön an das Handgelenk anschmiegen kann, muss diese genau gebogen werden. Mit der hydraulischen Presse und entsprechenden Stempel wird so lange
der Druck auf eine bestimmte Tiefe ausgeübt, bis sich die Schliesse wie gewünscht biegt. Dazu muss ich einige Probestücke opfern bis ich die richtige Einstellung gefunden habe. Auch hier habe ich leider Ausschuss, da mir jede 3.-5. Damastschnalle bricht.
Fortsetzung Teil 2 folgt: