Jaeger-LeCoultre - Die Geschichte


  • Jaeger-LeCoultre feiert sein 175-jähriges Bestehen


    2008 feiert die Manufaktur ein besonderes Jubiläum: 175 Jahre Innovation und Kontinuität.
    Die Erfindungen von Jaeger-LeCoultre haben Geschichte geschrieben und bis heute steht die Manufaktur am Ort ihrer Gründung.
    175 Jahre ist die Manufaktur ihrem Standort im Vallée de Joux im Schweizer Jura treu geblieben.
    Mehr noch: Die Werkstätten und Uhrmacherstudios der heutigen Manufaktur wurden kontinuierlich rund um das erste Atelier von Firmengründer Antoine LeCoultre ausgebaut.
    Zum Jubiläum stellt Jaeger-LeCoultre nicht nur neue außergewöhnliche Uhren vor; in diesem Jahr werden auch eine Serie von Ausstellungen und exklusiven Veranstaltungen weltweit stattfinden.
    Als ein erster Höhepunkt ist eine Ausstellung zu den Anfängen der Manufaktur in der Jaeger-LeCoultre Heritage Gallery geplant, die im April 2008 eröffnet wird.


    Die Historie des Unternehmens in Kürze
    Die Geschichte begann 1833, als der Autodidakt Antoine LeCoultre sein Uhrmacheratelier im Vallée de Joux eröffnete.
    Er hatte gerade eine Triebschneidemaschine erfunden, ein Instrument zum Schneiden von gezahnten Stahlritzeln.
    Dutzende anderer Erfindungen sowie hunderte von Patente folgten in der Geschichte des jungen Unternehmens, jede dieser Neuerungen stärkte nicht nur LeCoultres Reputation,
    sondern auch die Schweizer Uhrmacherei insgesamt.
    LeCoultres Atelier wuchs so schnell, das es in der Gegend bald den Spitznamen „Grande Maison“ erhielt, das große Haus. Schon 55 Jahre nach ihrer Gründung hatte die Manufaktur mehr als 500 Mitarbeiter;
    alles kompetente Uhrmacher, Techniker und Kunsthandwerker aus angrenzenden Sparten.
    Im Laufe von 175 Jahren wurden bei Jaeger-LeCoultre mehr als 1000 verschiedene Uhrwerke entworfen und gebaut sowie etwa 300 Patente angemeldet.
    Die Grande Maison kann auf herausragende Neuentwicklungen und viele legendäre Uhrenmodelle verweisen.
    Etwa die Reverso, die Duoplan, die Memovox und die Polaris, aber auch die beinahe ewig laufende Tischuhr Atmos.
    Heute arbeiten in der Firma mehr als 1000 Angestellte in 40 verschiedenen Berufen. Sie alle tragen dazu bei, den Ruf der Manufaktur zu erhalten und zu vermehren – den Ruf,
    eines der erfindungsreichsten Unternehmen in der Uhrenindustrie zu sein.



    Das Dorf Le Sentier und die Ursprünge der Manufaktur



    Einen zwingenden Grund gab es nicht, dass ausgerechnet das Vallée de Joux zur weltweiten Hochburg der Spitzenuhrmacherei werden sollte.
    Es gab im Gegenteil genügend Gründe, die dagegen sprachen: 1000 Meter hoch liegt das Tal, eingezwängt zwischen Bergen und meilenweit entfernt von den Handelsrouten der Region.
    Vor zweihundert Jahren lebten noch Bären und Wölfe in den ausgedehnten Wäldern, viele Wege waren in den langen Wintern meist unpassierbar – auch heute noch herrscht hier das härteste Klima der gesamten Region.
    Aber gerade diese extremen Bedingungen sollten zur Entwicklung des Tals beigetragen. Denn hier überlebte nur, wer einfallsreich war, geduldig – und vor allem stur.
    Die Anfänge von Jaeger-LeCoultre lassen sich bis zu den ersten Ansiedlungen im Joux-Tal zurückverfolgen.
    Vom 16. Jahrhundert an spielte die Familie LeCoultre dort eine wichtige Rolle als Wegbereiter der Entwicklung.
    Als Mitte des 16. Jahrhunderts die Hugenottenkriege in Frankreich drohten, floh Pierre LeCoultre (er lebte etwa von 1530 bis 1600) in die Schweiz.
    1558 bekam er das begehrte Bürgerrecht der Stadt Genf verliehen. Als einer der ersten Siedler erwarb LeCoultre mit seiner Familie eigenes Land in dem unwirtlichen Joux-Tal.
    Die Gründungsurkunde, die er damals unterschrieb, ist für die lokale Geschichte von großer Bedeutung, markiert sie doch die erste größere Ansiedlung in der Gegend.
    LeCoultre rodete den Wald, baute Häuser, bestellte das Land und züchtete Vieh. Nach und nach wuchs die Gemeinde.
    Und schließlich baute Pierres Sohn 1612 eine Kirche und gründete damit das Dorf Le Sentier.



    Antoine LeCoultre, brillanter Erfinder und Gründer der Manufaktur



    Antoine LeCoultre


    Antoine LeCoultre (1803 bis 1881) gehörte zur zehnten Generation, seitdem sich die Familie im Joux-Tal niedergelassen hatte. Schon als kleines Kind fiel er als besonders emsig und intelligent auf.
    Mit dem kleinen Schmiedeofen der Familie brachte sich der junge Antoine die Grundlagen der Metallurgie bei.
    Zusammen mit seinem Vater entwickelte er neue Legierungen und verbesserte die Klaviatur von Spieluhren. Statt einzelner Federn entwickelte er eine dünne Metallplatte,
    auf der die einzelnen Töne wie ein Kamm ausgeschnitten wurden.
    Außerdem baute er ein Gerät zum Schärfen von Rasiermessern, das mehr als 50 Jahre lang in alle Welt exportiert wurde. Seine Suche nach neuen Lösungen und die Akribie,
    mit der er empirische Erkenntnisse durch wissenschaftliche Untersuchungen untermauern wollte, führten ihn bald zu der kompliziertesten mechanischen Kunst, der Uhrmacherei.
    1833 bezog Antoine LeCoultre sein erstes Uhrenatelier – der Grundstein für die Manufaktur Jaeger-LeCoultre war gelegt.
    Nach und nach brachte er sich die notwendigen Techniken bei, um die verschiedenen Teile einer Uhr herzustellen. Immer mit Blick darauf, was er den „eigentlichen Plan“ nannte.
    LeCoultre erfand Maschinen, die immer genauerer Messungen vornehmen konnten: 1844 entwickelte er das Millionometer, das erste Instrument überhaupt, mit dem man bis auf ein Mikrometer genau messen konnte,
    einen millionstel Meter. Drei Jahre später erfand er den Wippenaufzug. Damit konnte man auf einen separaten Schlüssel verzichten, wenn man die Taschenuhr aufziehen oder stellen wollte.



    Vom kleinen Atelier zur „Grande Maison”


    1866 war Antoines kleines Atelier zu einer vollwertigen Manufaktur herangewachsen. Das war eine ganz neue Entwicklung in einer Gegend, in der die Uhrmacherei hauptsächlich auf Heimarbeit beruhte.
    Zusammen mit seinem Sohn Elie entwickelte LeCoultre einen Weg, die Fertigung unter einem Dach zu bündeln. Zum ersten Mal entstand so eine Gemeinschaft,
    in der die Fachleute ihr Wissen teilten und sich zusammen um die Entwicklung kümmerten. Dieser Austausch von Wissen und Fähigkeiten sollte der Uhrmacherei neue Impulse geben.
    Daneben automatisierten die beiden LeCoultres die ersten Produktionsprozesse für komplizierte Mechanismen.
    Im Tal nannte man die Manufaktur bald die „Grande Maison”, 1888 beschäftigte sie schon 500 Mitarbeiter. Diese Größe zahlte sich aus, die Schaffenskraft bei der Entwicklung war gewaltig:
    In nur 40 Jahren, von 1860 bis 1900, entwickelte und baute die Manufaktur mehr als 350 verschiedene Kaliber, die Hälfte davon mit Zusatzmechanismen, sogenannten Komplikationen.
    Darunter waren wiederum allein 99 Repetitionen, die die Zeit per Knopfdruck an Tonfedern anschlagen, 66 davon Minutenrepetitionen.
    Außerdem 128 Stoppuhren und 33 Uhrwerke mit Repetition und Chronograph. In den 1890ern begann man in der Manufaktur sogar Große Komplikationen herzustellen, Uhren, die drei komplizierte Zusatzmechanismen zusammen enthalten: einen Ewigen Kalender, einen Chronograph und eine Minutenrepetition.



    Als Jaeger auf LeCoultre traf



    Edmond Jaeger


    1903 wurde in der Schweizer Uhrenindustrie eine Nachricht aus Paris diskutiert: Der französische Uhrmacher Edmond Jaeger suchte nach einer Manufaktur, die ein von ihm entwickeltes extraflaches Uhrwerk produzieren könnte.
    Damit hatte der Hersteller von Marinechronometern den Schweizern eine sehr komplizierte Aufgabe gestellt.
    Nur wenige Uhrmacher waren überhaupt in der Lage, sich solch einer Herausforderung zu stellen.
    Antoines Enkel Jacques-David LeCoultre war damals verantwortlich für die Produktion bei LeCoultre & Cie. Er nahm Kontakt mit Jaeger auf und entschied sich schnell, diese Herausforderung anzunehmen.
    Die folgende Kooperation und die spätere Freundschaft mit Jaeger führten zur Entstehung einer der ungewöhnlichsten Kollektionen flacher Uhren in der gesamten Industrie.
    Herausragend war vor allem die dünnste Taschenuhr der Welt, ausgestattet mit dem nur 1,38 Millimeter flachen LeCoultre Kaliber 145.
    Bald folgten die ersten Versuche, kleine Werke für Armbanduhren herzustellen. Schließlich schloss sich das Atelier von Jaeger mit der Manufaktur zusammen: Die Marke Jaeger-LeCoultre war geboren.
    Heute kann man sich kaum noch vorstellen, wie schwierig es für die Uhrmacher damals war, Männer von den Vorzügen einer Armbanduhr zu überzeugen.
    Anfang des 20. Jahrhunderts hielten viele eine Uhr am Handgelenk für viel zu feminin, die Taschenuhr war der einzig wahre Zeitmesser für den Mann.
    Einigen Hersteller fiel es außerdem nicht leicht, die Uhrentechnik auf Handgelenkgröße zu verkleinern. Durch die exponierte Lage am Arm mussten sie nun auch gegen Stöße und Spritzwasser geschützt sein.
    Jaeger und LeCoultre konzentrierten sich dennoch auf die Entwicklung dieser neuen Zeitmesser. Ihre Erfahrungen bei der Herstellung flacher Uhrwerke waren dabei von großem Nutzen –
    jetzt sollten die besten Uhrmacher des Hauses auch noch den Durchmesser der Werke verkleinern.
    Daneben feilte man am Aussehen der Uhren: Auf Ästhetik und Technik wurde gleichen Wert gelegt, damit die mechanischen Uhrwerke und ihre eleganten Gehäuse perfekt zusammenpassten.


  • Meilensteine bei den Armbanduhren


    In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, der Blütezeit des Art déco, wurden bei Jaeger-LeCoultre Uhren gebaut, die noch heute Kultstatushaben.
    Den Anfang machte 1925 die extrem kleine Damenuhr Duoplan.Technik und Eleganz verschmolzen in ihr zu einer aufregenden Einheit.
    Drei Jahre später folgte die Tischuhr Atmos mit ihrem nahezu ewigen Uhrwerkund 1931 feierte die berühmte Wendeuhr Reverso ihr Debüt. Diese drei Modelle haben nicht nur Uhrengeschichte geschrieben –
    ihre Konstruktion und ihr Design waren so genial, dass sie die Jahre überdauerthaben und auch in der aktuellen Kollektion eine herausragende Rollespielen:
    Neu interpretiert und auf den heutigen Stand der Technikgebracht präsentieren sie sich zeitgemäßer denn je.
    Die erste dieser legendären Kreationen war die Duoplan, die ihren Namen von der speziellen Konstruktion des Werks erhielt. Sie wurde zu einer Zeit entwickelt, in der winzige Armbanduhren en vogue waren.
    Damit die Verkleinerung des Werks nicht auf Kosten der Genauigkeit ging, erlaubten sich die Uhrmacher einen einfachen, aber genialen Kunstgriff: Sie verlagerten das Räderwerk in eine zweite Ebene.
    So konnte einegroße Unruh, Garant für Genauigkeit, fast die gesamte untere Ebene ausfüllen. Die Duoplan war auch eine der ersten Uhren, bei denen Edelsteine in ein Stahlgehäuse gefasst wurden.
    Dieses winzige Uhrwerk war eine Meisterleistung der Miniaturisierung. Es misst 14 x 4,8 x 3,4 Millimeter und wiegt mit seinen 74 Teilen kaum zwei Gramm.
    Das aktuelle Werk der Joaillerie 101 hat 98 Teile und ist kaum schwerer. Bis heute ist es das kleinste mechanische Kaliber der Welt.


    Die Uhr war schon immer besonders; pro Jahr wurden kaum 50 Stück hergestellt. Deshalb wurde sie sogar bei Lloyds in London versichert.
    Und falls sie nicht mehr lief, wurde einfach das ganze Werk ausgewechselt, was der Londoner Juwelier Tyme mit einem Schaufensterplakat bewarb:
    „Bevor Sie Ihre Zigarette geraucht haben, ist Ihre Uhr schon repariert.“


    Eine weitere Spezialität des Hauses: die Tischuhr Atmos. Als der Schweizer Ingenieur Jean-León Reutter 1928 einen ersten Prototypen vorstellt,sorgte das für Aufruhr in der Medienlandschaft.
    Weltweit berichteten Zeitungen und Magazine darüber, wie nahe diese Neuheit dem langgehegten Wissenschaftstraum vom Perpetuum Mobile kam, einer Maschine, die ohne Energiezufuhr dauernd arbeitet.
    Der Bau einer serienreifen Uhr war für Reutter selbst zu kompliziert. Er wandte sich für die Umsetzung an die erfahrenen Uhrmacher von Jaeger- LeCoultre.
    Die Atmos bekommt ihre Energie aus den Temperaturänderungen der Umgebung – eine Veränderung von nur einem Grad Celsius bedeutet eine Gangreserve für zwei Tagen.
    Diese erstaunlichen Werte sind möglich, weil die Uhrmacher die Atmos auf minimalen Energieverbrauch getrimmt haben. Um eine 15-Watt-Birne zum Leuchten zu bringen,
    braucht man 60 Millionen Mal mehr Energie als für den Antrieb der Tischuhr.
    Dieses Jahr feiert die Manufaktur das 80-jährige Jubiläum der Atmos, deren Kultstatus zusätzlich von der Tatsache unterstrichen wird, dass die Uhr als offizielles Geschenk der Schweiz an Staatsgäste vergeben wird.


    Auch das Jahr 1931 gehört zu den wichtigen Daten in der Geschichte von Jaeger-LeCoultre: Damals wurde die Reverso vorgestellt, eine Uhr, die so ungewöhnlich wie ihre Entstehungsgeschichte ist.
    Während einer Reise nach Indien traf der Schweizer Geschäftsmann César de Trey britische Offiziere, die sich beschwerten, dass ihre Uhren kein Polospiel unbeschadet überstünden.
    Sie wünschten sich eine Uhr, die den Anforderungen ihres Hobbys standhalten könnte. De Trey trug diese Anfrage an Jacques-David LeCoultre heran – heraus kam eine Uhr mit dem Namen Reverso,
    das lateinische Wort für „ich wende mich“.
    Mit einer Bewegung konnte der Besitzer das Gehäuse im Chassis umdrehen und so das empfindliche Glas vor Stößen und Schlägen schützen. Diese attraktive und sportliche Uhr wurde schnell zu einem Klassiker – und einer Stilikone des Art déco. Ein Kunstwerk der Uhrmacherei von ästhetischer Klarheit und extravaganter Finesse.



    Forschergeist im Nachkriegsboom


    Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der Wohlstand in der westlichen Welt. Vor allem dank des technischen Fortschritts vergrößerte sich der persönlichen Freiraum der Menschen erheblich.
    Jaeger-LeCoultre leistete seinen Beitrag dazu, indem die Manufaktur Uhren für Aktive entwickelte. Neben der ständigen Verbesserung der Präzision ging es jetzt um den Schutz des Uhrwerks gegen Stöße,
    die Abschirmung vor Magnetfeldern und verbesserte Wasserdichtheit. Hinzu kamen Zusatzfunktionen wie Wecker, Kalender und der automatische Aufzug.
    Das erste automatische Werk stellte Jaeger-LeCoultre 1946 vor, das Kaliber 476. Bis heute wird diese Technik in der Manufaktur weiterentwickelt,
    um sie robuster und zuverlässiger zu machen – etwa mit dem Einsatz von Schwungmassen mit Puffern oder Rotoren mit Gewichten aus Gold.
    Oder mithilfe von einseitigen und doppelseitigen Aufzugsystemen, erhöhten Unruhfrequenzen und Kugellagern aus Keramik.
    Aber mehr noch als die automatische Uhr verkörperte die Memovox die aufstrebende und prosperierende Nachkriegszeit.
    Memovox heißt „Stimme der Erinnerung“: Der Wecker in der Mechanikuhr erinnerte den Besitzer an seine Termine – vom Aufwachen über Verabredungen bis hin zur Parkzeit.
    1956 wurde die Linie erweitert: Eine Automatikversion kam hinzu, angetrieben vom Jaeger-LeCoultre Kaliber 815. Drei Jahre später setzten die Uhrmacher dieses Kaliber auch in die
    Memovox Deep Sea ein – die erste automatische Taucheruhr mit Alarm war geboren.
    Mitte der sechziger Jahre wurde die Memovox Polaris vorgestellt, ein Symbol des unstillbaren Forschergeistes dieser Zeit.
    Sie diente der Manufaktur später als Inspiration für die spätere Master Compressor Linie und die AMVOX-Modelle.
    Als am 3. August 1958 ein Atom-Unterseeboot als erstes Schiff überhaupt den geographischen Nordpol unterquerte, wusste das Schweizer Unternehmen,
    wie es die Pioniere standesgemäß belohnen konnte: Nach der Rückkehr überreichte die Stadt Genf dem Kapitän der USS Nautilus,
    William R. Anderson, einen Chronometer Geophysic von Jaeger-LeCoultre als Anerkennung für seine Leistungen.



    Vom reinen Zweck zur exklusiven mechanischen Entwicklung


    Ob Wecker, automatischer Aufzug, oder Zeitzonen-Anzeige: Uhren mit solch zweckmäßigen Funktionen wie die Memovox, die Futurematic und der Chronometer Geophysic waren die Wegbereiter der Linie Master Control.
    Die Manufaktur stellte diese Kollektion 1992 vor, als klassische Uhr, die die Grundwerte der Uhrmacherei neu beleben sollte. Den Titel „Master“ verdienten sich die Modelle durch das Bestehen einer aufwendigen,
    sechswöchigen Prüfreihe – dem 1000-Stunden-Test. Diese Kontrolle setzte Maßstäbe in der Branche. Und die Manufaktur konnte darin ihre gesamte Erfahrung einbringen.
    Denn die Tests basierten zum Großteil auf den Ergebnissen der Arbeit mit Hochfrequenzkalibern in den 1970ern und der Entwicklung automatischer Aufzugsysteme Ende der 1950er.
    Die Serie Master Control verkörpert klassischen Uhrmacherstil. Um das zu betonen, wurde sie auch mit Komplikationen der traditionellen Uhrmacherei ausgestattet:
    mit einem Ewigen Kalender, einem Regulator- Tourbillon oder der Minutenrepetition.
    1991 bekam die Reverso ihre erste Komplikation spendiert. Damit begann die Geschichte der limitierten Modelle in Roségold und Platin. Tourbillon,
    Minutenrepetition, Ewiger Kalender und Retrograde Sekunde tickten fortan auch in den rechteckigen Gehäusen der Wendeuhr.
    1994 kam die Reverso Duo mit zweiter Zeitzone heraus. Die Duo trug sie elegant auf der Rückseite.
    Kurz darauf wurde die Reverso Duetto vorgestellt, das kleinere Damenmodell mit zwei Zeitanzeigen, angetrieben von einem Uhrwerk. Das vordere Zifferblatt zeigt die Stunden des Tages an,
    die edelsteinbesetzte Rückseite ist reserviert für den festlichen Abend.



  • Das 21. Jahrhundert – die Zeit grenzenloser Kreativität


    Seit dem Jahr 2000 haben die Uhrmacher von Jaeger-LeCoultre 50 neue Kaliber entwickelt, darunter Minutenrepetitionen, Grande Complications und Tourbillons.
    Außerdem Chronographen, Ewige Kalender und das erste schmierungsfreie Werk sowie ein Handaufzugswerk mit 15 Tagen Gangreserve.
    Mit mehr als 50 Patentanmeldungen sichertJaeger-LeCoultre seine Erfindungen rund um Uhrwerk und Gehäuse ab. Von der ultra- komplizierten Uhr bis zu edlen Schmuckmodellen,
    von der verblüffenden Atmos-Tischuhr bis zur AMVOX-Linie, den Master Compressor Taucheruhren und der Reverso Squadra: Immer wieder hat sich Jaeger-LeCoultre als wegweisend in der hohen Uhrmacherkunst bewiesen.
    Das 21. Jahrhundert markiert aber auch ein anderes wichtiges Kapitel in der Geschichte der Manufaktur: die Vorstellung der ersten Grande Complication Armbanduhr.
    Diese Uhr enthält drei wichtige und mechanisch aufwendige Zusatzfunktionen.
    2004 stellten die Uhrmacher erstmals das Gyrotourbillon I vor, einen Superlativ der Uhrmacherei.
    Das ist ein sogenanntes sphärisches Tourbillon, das sich um zwei Achsen dreht, statt wie üblich nur um eine. Außerdem verfügt die Uhr über einem Ewigen Kalender mit doppelt retrograden Zeigern sowie einer
    Anzeige für die Zeitgleichung.
    Als Krönung haben die Uhrmacher das Handaufzugwerk Kaliber 177 mit einer Gangreserve von acht Tagen ausgestattet.
    Es besteht aus 679 Teilen, alle zusammengesetzt und justiert von nur einem Uhrmacher.
    Allein das sphärische Tourbillon besteht aus mehr als 100 Komponenten – und wiegt dabei weniger als ein Gramm.
    Ein weiteres Highlight folgt im Jahr 2006: Als erste Uhr in der Geschichte der Uhrmacherei, bei der drei Zifferblätter von einem einzigen Werk angetrieben werden,
    bietet die Reverso Grande Complication à triptyque völlig neue Informationen. Das normale Zifferblatt zeigt die Zeit an, getaktet von der exklusiv entwickelten Ellipse-Isometer-Hemmung.
    Auf der Rückseite gibt eine Äquation die tatsächliche Sonnenzeit an und ein Kalender informiert über das aktuelle Sternzeichen. Das dritte Zifferblatt im Gehäusechassis der Wendeuhr enthält einen Ewigen Kalender,
    der jeden Tag um exakt 0 Uhr verstellt wird.
    Zum 175. Jubiläum ihres Bestehens ehrt die Manufaktur Jaeger-LeCoultre in diesem Jahr den Pioniergeist ihres Gründers Antoine LeCoultre mit einer spannenden limitierten Serie.
    Vier Roségold-Uhren gehören dazu, jede einzelne mit einer Komplikation, die einen wichtigen Aspekt in der Geschichte des Hauses darstellt: Einen Ewigen Kalender, eine Minutenrepetition,
    ein Tourbillon und ein extraflaches Uhrwerk.
    Außerdem werden die originalgetreuen Nachbildungen von zwei besonderen Memovox-Uhren vorgestellt. Unter dem Namen „Memovox Tribute to Polaris“ kommen zwei Modelle aus den Jahren 1965 und 1968 in technisch
    modernisierter Version in den Handel, die an die Geschichte der Jaeger-LeCoultre-Taucheruhren erinnern.
    Dagegen zeigt sich die Atmos zu ihrem 80. Geburtstag in einem völlig neuen Licht. Und das sphärische Tourbillon erlebt eine Neuauflage als Reverso Gyrotourbillon 2.
    Zusätzlich zum Wendegehäuse bekommt das zweiachsige Tourbillon erstmals eine zylindrische Spiralfeder, was die Präzision der Armbanduhr noch einmal um Längen verbessert.



    175 Jahre Entwicklung für die Uhrmacherkunst


    175 Jahre lang wurden in der Manufaktur neue Techniken entwickelt und die besten Handwerker eingestellt. So wuchs die Grande Maison Jahr für Jahr.
    Regelmäßig wurden neue Häuser und Werkstätten errichtet, alle rund um das erste Atelier von Antoine LeCoultre, direkt am Dorf Le Sentier, einen Steinwurf entfernt von dem Land, das Pierre LeCoultre 1559 urbar machte.
    Heute ist die Manufaktur ein großes architektonisches Ensemble und ein Hort kreativen Schaffens. Und Jaeger-LeCoultre wächst weiter: Der Grundstein für ein neues Gebäude wird 2008 gelegt.
    Damit vergrößert die Manufaktur ihre Fläche um weitere 9000 Quadratmeter.
    Mehr als 1000 Menschen in 40 verschiedenen Berufen arbeiten in der Grande Maison. Tägliche wird hier produziert, feinjustiert, wird erfunden und konstruiert, werden Diamanten gesetzt,
    Emaillen gebrannt und Uhren graviert. Täglich entstehen einmalige Zeitmesser, die die große Schweizer Uhrmachertradition bereichern und erweitern.

  • 1559 - Pierre LeCoultre lässt sich im Vallée de Joux nieder
    1612 - Pierre II LeCoultre gründet das Dorf Le Sentier
    1730 - Die LeCoultre-Schmiede wird errichtet
    1833 - Gründung der Manufaktur
    1844 - Erfindung des Millionometers
    1847 - Erfindung des Wippenaufzugs
    1851 - Goldmedaille auf der Weltmesse in London
    1858 - Elie LeCoultre hilft seinem Vater Antoine
    1866 - Ein neues Gebäude: LeCoultre wird die erste Manufacture im Vallée de Joux
    1870 - Erste komplizierte Kaliber werden gebaut
    1874 - Ein neues Gebäude
    1880 - Jaeger wird in Paris gegründet
    1888 - Ein neues Gebäude
    1890 - Die Manufaktur stellt 156 verschiedene Kaliber her
    1890 - Die erste Grande Complication wird vorgestellt
    1900 - Jacques-David LeCoultre wird Produktionschef
    1903 - Jacques-David LeCoultre trifft Edmond Jaeger
    1907 - Jaeger-LeCoultre Kaliber 145, das flachste Kaliber der Welt
    1912 - Erweiterung der Manufaktur
    1915 - Flugzeuge und Automobile
    1925 - Erfindung der Uhr Duoplan
    1927 - Ein neues Gebäude
    1928 - Erfindung der Tischuhr Atmos
    1929 - Jaeger-LeCoultre Kaliber 101, das flachste Kaliber der Welt
    1930 - Chronoflight
    1931 - Armbanduhrwerk mit acht Tagen Gangreserve aus zwei Federhäusern
    1931 - Geburt der Reverso
    1932 - Tischuhr Baguette
    1933 - Ein neues Gebäude
    1937 - Offizielle Geburt der Marke Jaeger-LeCoultre
    1938 - Minikamera Compass
    1946 - Jaeger-LeCoultre Tourbillon Kaliber 170
    1946 - Die erste Automatikuhr von Jaeger-LeCoultre
    1950 - Geburt der Memovox
    1953 - Futurematic
    1953 - Jaeger-LeCoultre Kaliber 803, nur 1.64 Millimeter hoch
    1956 - Die erste Automatikuhr mit Alarmfunktion
    1958 - Chronometer Geophysic
    1959 - Memovox Deep Sea: Die erste Taucheruhr mit Alarmfunktion
    1965 - Memovox Polaris
    1967 - Teilnahme an der Entwicklung des Beta 21 Quarzwerks
    1972 - Ein neues Gebäude
    1976 - Jaeger-LeCoultre Schnellschwingendes Automatik-Kaliber 900
    1982 - Jaeger-LeCoultre Kaliber 601, das dünnste Quarzwerk der Welt
    1983 - Jaeger-LeCoultre Kaliber 889
    1987 - Jaeger-LeCoultre Mechaquartz-Kaliber 630
    1989 - Grand Réveil
    1990 - Géographique
    1991 - Die Reverso wird 60 Jahre alt
    1992 - Master Control 1000 Stunden
    1994 - Reverso Duo
    1997 - Reverso Duetto
    1997 - Ein neues Gebäude
    1999 - Atmos du Millénaire
    2000 - Jaeger-LeCoultre wird Teil der Richemont-Gruppe
    2002 - Master Compressor Memovox
    2003 - Reverso Platinum Number Two
    2003 - Atmos Mystérieuse
    2004 - Gyrotourbillon I
    2005 - Master Minute Repeater Antoine LeCoultre
    2006 - Reverso Grande Complication à triptyque
    2007 - Duomètre
    2007 - Master Compressor Extreme Lab
    2007 - Eröffnung der Jaeger-LeCoultre Heritage Gallery
    2008 - Vier limitierte Serien aus Roségold zum 175-jährigen Bestehen der Manufaktur
    2008 - Reverso Gyrotourbillon 2
    2008 - Grundsteinlegung des neuen Gebäudes mit 9000 Quadratmetern Nutzfläche


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