Tag 3, 2. Teil: Bin dann mal 2 Wochen bei Nomos in Glashütte

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    • Tag 3, 2. Teil: Bin dann mal 2 Wochen bei Nomos in Glashütte

      Threadstarter

      (Teil 2)

      Im Uhrenmuseum ist derzeit auch eine sehr kostbare Union Uhr als Leihgabe ausgestellt, die um die vorletzte Jahrhundertwende als besonders kompliziert galt (Details bei Interesse), da der Mathematisch-Physikalische Salon in Dresden derzeit bis ins Jahr 2010 renoviert wird:

      „Universaluhr“ von 1900, mit 18 Komplikationen, vom
      Union Meisteruhrmacher Julius Bergter:
      (sorry für die schlechte Bildqualität aus dem Tresor des Museums)









      Im/ Nach dem ersten Weltkrieg gings mit den Glashüttern Uhren bergab, da man den Trend zu Armbanduhren schlicht zu lange ignorierte, die so viel praktischer zu tragen waren. Hausgemachte Fehler also.

      Aber auch die Weltwirtschaftskrise, die Kriegsfolgen des 1. Weltkriegs in Deutschland, mit den Reparationszahlungen führten 1921 zu steigender Inflation, keine Zeit, in denen Uhren sich gut verkaufen lassen. Auch in Glashütte wurde 1923 Inflationsgeld ausgegeben.


      Weltzeituhr von Paul Stübner, 1927.
      Uhrwerk mit Kompensationsunruhe, zylindrischer Spirale und Ankerhemmung, Anzeige verschiedener Zeitzonen:




      So musste sogar Lange & Söhne zunächst alle Mitarbeiter entlassen und stellte später wieder sukzessive ein.




      Man setzte dann zunächst auf günstigere, einfachere Produkte


      mit einfacheren, günstigeren OLIW Werken


      und mit Rohwerken aus der Schweiz und von UROFA, Glashütte.



      Viele Marken mussten aufgeben, wenige überlebten und bekamen ab 1934 im
      Vorfeld des 2. Weltkriegs Rüstungsaufträge zur Uhrenproduktion.












      Silberne Beobachtungsuhr von Lange & Söhne, Kal. 48:



      Tachometer mit Kilometerzähler und Uhr von Mühle & Sohn aus 1935:



      Tachometer mit Kilometerzähler von 1935:



      Autouhr, Fa. Vereinigte Werke, Mühle & Sohn, von 1932:





      Wie man auch in dem Buch von Walter Lange lesen kann, wurde Glashütte ganz gegen Ende des 2. Weltkriegs, am 8. Mai 1945, bombardiert, da es zwischen die Fronten zwischen Wehrmacht und russischem Militär geriet.

      Angeblich war die Zerstörung von Teilen von Glashütte nicht geplant, man hatte anderes vor.
      Poljot, in den 1920-er Jahren u.a. mit Unterstützung von 20 Glashütter Uhrmachern in Moskau aufgebaut, wurde im Krieg zerstört und die Maschinen zu Uhrenherstellung aus Glashütte waren die benötigten „Reparationsmaschinen“ (und Pläne) und wurden dann entsprechend nach Russland gebracht. Damit wurde in Russland dann wieder produziert:




      Die Glashütter Industrie machte sich nach einem Schreckmoment an den Wiederaufbau von Maschinen und Uhrenproduktion







      bekam zu DDR-Zeiten den Plan-Auftrag zur Herstellung von Volksuhren für den Osten







      für Militär







      und auch über mechanische Uhren für westliche Kaufhausmarken (z.B. „Meisteranker“).
      So blieb das Know-how erhalten, mechanische Uhren herzustellen.



      Der Rest, nach der Wende, ist ja bekannt...




      Schluß-Bemerkung:

      Ich schreibe Euch meine Eindrücke aus dem Rundgang durch das neue, gelungene Uhrenmuseum in Glashütte, da zu meiner großen Enttäuschung bisher kein Buch/ Katalog über die Exponate und „den roten Faden“ durch das Museum existiert und derzeit offenbar auch nicht geplant ist.
      Der Besuch des Museums kann ich allen Uhrenfreunden sehr empfehlen!



      Viele Grüße!!
      WaltherPfalz