Eine überraschende AP Neuheit: Die [RE]master01 Chronograph

  • Schaut mal in den Blog Bereich der Watchlounge und ihr findet David‘s Vorstellung einer überraschenden Neuheit von Audemars Piguet: Klick



    Weitere Erläuterungen spare ich mir, da alles im Blogbeitrag steht.


    Meine ersten Eindrücke sind:


    Tolles ZB und sehr schöne Zeiger

    Die Bandanstösse erinnern zu sehr an die Cornes de Vache von Vacheron Constantin

    Lünette, Drücker und Krone aus Stahl hätten der Uhr besser gestanden als diese Bi-Color Ausführung

    Schade, dass kein Handaufzugswerk verbaut wurde.

  • Danke für die Infos zu dieser Uhr. Ich finde Blatt und Zeigerspiel sehr schön. Auch die gewählten Bandvariationen sollten passen. Gut, dass die Größe auf 40 mm gewachsen ist. Was mir hier nicht gefällt ist die Bi-Color Kombi, ob wohl ich Bi-Color grundsätzlich mag. Aber das Rosé beißt sich für mich mit der Blattfarbe. Müsste man aber für eine abschließende Beurteilung live sehen. Und auch ich hätte hier lieber ein Handaufzug gesehen. Alles in allem eine schöne Sammler-Uhr.

  • Hi Ralf,


    grundsätzlich umgibt in meinen Augen alle Vintage-Chronographen von AP (Zeitspanne der 1930er-1950er) ein gewisser Legendenstatus, da in Summe nur 307 Armbanduhren mit Stoppfunktion hergestellt worden sind und sie außerhalb von Museen fast nie zu sehen sind. Ich hatte auf Sammlertreffen schon einige PP 2499 und 1518 in der Hand, Vintage-Chronographen von AP allerdings noch nie, weshalb sich dieser Eindruck bei mir über die Jahren verfestigt hat. Es kann allerdings auch sein, dass ich einfach nicht die richtigen Leute kenne ;)


    Zurück zur 1533. Die ersten Modelle wurden bereits Anfang der 1940er Jahre gefertigt und waren mit ihren 36 mm großen Gehäusen absolute Vorreiter für das, was sich später in den 50er und 60er Jahren beispielsweise bei der Rolex Datejust als Herrengröße manifestiert hat. Ebenso ungewöhnlich für diese Zeit waren Stoppuhren mit drei Hilfszifferblättern, deren Plus an Information bis heute das als typisch empfundene Layout eines Chronographen prägt. Von der Version der 1533, die für die neue [RE]master01 als Designvorlage fungiert, wurden 1941 bloß drei Exemplare mit Stahl-Gold-Gehäuse produziert. Mit dem champagnerfarbenen Zifferblatt sogar nur ein einziges.


    Dieses Unikat wurde 2015 bei Phillips für CHF 305.000 versteigert und befindet sich seitdem in der Sammlung von Audemars Piguet. Eigentlich sollte die Eröffnung des neues AP-Museums in Le Brassus mit der Lancierung der [RE]master zusammenfallen, aber der Termin wurde aufgrund der Corona-Ausbreitung erstmal in den Herbst dieses Jahres verschoben.

  • Danke, David. Ich muss mich mit diesen Chronos mal beschäftigen in der jetzt verordneten ruhigen Zeit.
    Nur wenig Stückzahlen sind für mich noch nix Legendäres. Da muss doch deutlich mehr sein in Bezug auf die Substanz der Werke etc. Bin gespannt.

  • Interessant - erstmal ein neues Weg mit der Code 11.59 dann zurück zu einer fast 1:1 Re-editon - scheinbar findet das Manufaktur ihre eigene Weg nicht - ausserhalb von die Royal Oak Reihe..


    Zur Uhr: alles richtig gemacht, abgesehen vom Werk. Wäre eine Handaufzugswerk ein muss hier!


    Lg,


    Adam :wink:

  • Zeiger und Anstöße schön. Die 12 geht bissl unter auf dem Blatt. Da hätte man trotz historischem Original wirklich remastern sollen. Durch die filigrane 12 und die tricompaxen Totis wirkt das ganze Dial irgendwie „bauchig“.


    Eine 12 hätte ich lieber goldfarben appliziert in angemessener Größe, das wäre meines Erachtens ein schöner Gegenpol zum goldenen Sekundenzeiger auf 6 Uhr gewesen (restliche Zeiger sind ja eh blau).

  • Hi Adam,


    nur zur Klarstellung, die Code 11:59 bleibt Bestandteil der Kollektion von Audemars Piguet. Die neue [RE]master-Linie mit historisch inspirierten Modellen ist eine weitere Ergänzung des Portfolios. Grundverschiedene Uhren für grundverschiedene Geschmäcker.

    Hallo David,


    das ist klar für mich. Ich sehe weiterhin keine eindeutige Richtung für die Marke: einmal ein ganz neues Model-Reihe mit modernes Design einleiten dann - nach der weltweite negative Kritiken - zurück zum sicheres, gut gemachtes Vintage-Rezept..

  • Nach ein wenig Lektüre sieht das Gesamtpaket der REmaster01 für mich schon ein wenig nach maximaler Kunden-Verladung aus. Da wird mit viel TamTam auf frühere Chronos von AP verwiesen, die in kleiner Stückzahl vor Jahrzehnten aufgelegt wurden. Meines Wissens nach hatte AP nie eine große Historie bei Chronos und wird nicht zuletzt deshalb auch damals auf ein zugekauftes Chronowerk von Valjoux zurückgegriffen haben. Das Valjoux 13VZAH war übrigens ein Handaufzugswerk und kein Automatikwerk, welches aufgrund des Aufbaus auch ein anderes Zifferblattdesign bedingte in Bezug auf die Platzierung von kleiner Sekunde und Chrono-Zähler.

    Also bleibt am Ende nur ein geklontes historisches Gehäuse und das auch noch im Wesentlichen aus Stahl für schlanke 53500€. Das gleiche aktuelle Chronowerk gibt es ja auch in der Code 11:59 im Vollgoldgehäuse für 42700€. Da gibt es bei anderen Marken (z.B. Omega, Breitling etc) weitaus stimmigere Re-Editionen historischer Modelle.

    Die Auflage von 500 Stück dürfte das Risiko eines Ladenhüters jedoch ein wenig begrenzen. Schließlich wollen viele Kunden ja auch ein Stück weit verladen werden, solange sie sich gut dabei fühlen. Allerdings fehlen dafür natürlich zur Zeit die Champagner-Events inkl. der Selphies für Instagram bgdev.gif

  • Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit derartigen Uhren überhaupt nichts anfangen kann - völlig unabhängig vom Preis. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Welt der Uhrenfreunde auf noch einen weiteren runden Retro-Chronograph am 0815-dürren braunen Lederriemen gewartet hat.


    Anscheinend gefällt der Welt der Uhrenfreunde - unabhängig von Alter oder finanziellen Möglichkeiten - das ikonische Design der Royal Oak. Ich frage mich, warum man dieses Design nicht in abgewandelter / evolutionierter Form auf weitere Produktlinien ausdehnt und so auf dem aufbaut, was man vielen Konkurrenten voraus hat.


    Die Automobilhersteller versuchen auch, eine Modellpalette mit durchgängig-wiedererkennbarem Design anzubieten.

    Ich hoffe, AP versteigt sich nicht zu mehreren neuen Modelllinien mit beliebigem Design.