Vorstellung: Breitling Chronomat 44 Airborne (AB01154G.BD13.375A)

  • Hi Leute,


    nach längerer Pause möchte ich euch mal wieder mit einer kleinen Vorstellung beglücken. Einige von euch kennen mich hier schon ein wenig und wissen, dass ich auf technisch überladene Designs stehe und sportliche Chronographen über alles schätze. 8-) Und das zieht sich auch wie ein roter Faden durch meine Sammlung. Vor rund zwei Jahren gipfelte das in der Erfüllung eines Traums, der Anschaffung einer Breitling Navitimer.


    Diese fristet überwiegend in der Box liegend ihr Dasein und ich hatte schon mal ernsthaft über einen Verkauf nachgedacht es aber es endgültig wieder verworfen. Die Navitimer ist etwas ganz Besonderes und ich habe fast 20 Jahre von ihr geträumt bis ich mir die Anschaffung endlich gestattet habe. Dass ich sie so selten trage, liegt nicht daran, dass sie mir nicht mehr gefällt. Es liegt eher an ihrer Bekanntheit und Präsenz. Als Freizeituhr ist sie mir irgendwie zu schade und auch eine Spur zu dressig. Im Business vermeide ich auffällige Uhren und überlege mir immer sehr genau, welche Uhr ich wo und zu welchem Anlass trage. Die Konfrontation mit Vorurteilen gehört nun mal zu unser aller Leben dazu und ich möchte nicht den Eindruck erwecken, mich durch eine teure Uhr selbst aufwerten zu wollen. Insofern kommt sie leider nicht so oft ans Handgelenk, wie sie es eigentlich verdient hätte.


    Neben der Navitimer gab es noch zwei Uhren, die mir seit vielen Jahren nicht aus dem Kopf gehen wollten. Eine Omega Planet Ocean Chrono und eine Breitling Chronomat. Die Omega PO gibt es in verschiedenen Designvariationen, die mir fast ausnahmslos alle gefallen. Bei der Breitling Chronomat ist das schon etwas schwieriger. Diese haben normalerweise so ein diffus erkennbares Quadrat in der Mitte des Zifferblattes, welches mir persönlich nicht so gut gefällt. Zudem sind die meisten Varianten komplett poliert, was ich aufgrund der Kratzeranfälligkeit und des übermäßigen BlingBlingFaktors nicht so sehr schätze. Deshalb ist es eine Chronomat 44 Airborne geworden, die in meinen Augen schönste je gebaute Variante dieser Breitling Premiumserie. Aber der Reihe nach.


    In dieses Modell hatte ich mich bereits vor zwei Jahren unsterblich verliebt. Aber die Uhren wurden zu sehr hohen Preisen gehandelt. Gebrauchte Uhren waren ebenfalls zu teuer oder wurden gar ohne Papiere angeboten. Deshalb hatte ich die Suche damals mehr oder weniger aufgegeben. Leider wird dieses Modell nicht mehr produziert, weswegen die Suche nicht einfacher geworden ist. Doch vor wenigen Wochen entdeckte ich bei Chrono24 ein wirklich interessantes Angebot für ein ungetragenes Modell. Ich kontaktierte den Händler telefonisch und habe auch noch erfolgreich verhandelt, sodass ich die Uhr zu einem sensationellen Kurs erhalten habe.


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    Diese spezielle Version wurde 2014 zum 30. Jubiläum der Chronomat Reihe aufgelegt. Design und Charakter basieren auf dem Original der Frecce Tricolori. Der Stahlboden ist mit einem Flugzeugprofil und einer entsprechenden Gravur versehen. Zwar sind das Stahlarmband und Gehäuse ebenfalls poliert, aber dafür sind Zifferblatt und Lünette matt. Dies und die geschwärzten Lünettenindexe, sowie der rote Stoppsekundenzeiger geben der eigentlich eleganten Uhr auch einen Schuss Sportlichkeit. Zeiger und Indexe sind mit einer Leuchtmasse im Retrostyle versehen, wie man sie sonst bei Uhren kaum oder gar nicht findet. Nachts leuchtet die Superluminova aber genauso grün wie bei allen anderen Breitling Uhren.


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    Eine Besonderheit stellt übrigens auch die Lünette mit sage und schreibe 240 Raststufen dar. Ebenfalls bemerkenswert ist die Tatsache, dass diese Fliegeruhr eine Wasserdichtigkeit von 500 m aufweist. Irgendwie wirkt die Uhr wie ein Hybrid aus Navitimer und Taucheruhr. Fast schon legendär ist die Qualität der beidseitig auf dem bombierten Saphirglas aufgebrachten Entspiegelungsschichten, die stets eine optimale Ablesbarkeit der Uhr unter allen nur denkbaren Umgebungsbedingungen sicherstellt.


    Das Zifferblatt ist eine Augenweide. Die Indexe und das Schwingen-Logo sind appliziert, die Skalen umfassen eine zwanzigstel Sekundeneinteilung. Die hellen Totalisatoren sind typisch für Breitling und das verbaute Manufakturkaliber B01 erlaubt die symmetrische Anordnung derselben, was für ein in meinen Augen harmonischeres Layout sorgt.


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    Über Vor- und Nachteile eines Manufakturkalibers möchte ich an dieser Stelle keine zusätzliche Diskussion führen, wobei man in einer Uhr dieser Preisklasse heute ein solches einfach erwartet. Schön ist jedenfalls die Gangreserve von ca. 70 Stunden, gerade wenn man die Uhr im Wechsel mit anderen Uhren trägt, wie es bei mir der Fall ist. Der beidseitige Aufzug ist hocheffizient und das Werk kann nicht durch Fehlbedienung (Datumsschnellverstellung während der kritischen Zeitspanne) beschädigt werden.


    Meinem Sinn für Ästhetik kommt auch entgegen, dass das Auge niemals von einem schief hängenden Datum beleidigt wird, denn die Datumsumschaltung erfolgt exakt um 0:00 Uhr. Die Gangwerte liegen bei ca. 3 Sekunden Vorlauf am Tag.


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    Das Gehäuse der Chronomat ist etwas ganz Besonderes und mit keinem anderen Gehäuse einer meiner anderen Uhren vergleichbar. Es gibt keinerlei harte oder geradlinigen Kanten, alles verläuft in seidenweichen Rundungen. Die Bandanstöße sind so optimiert, dass sich mit jedem Armband mit geradem Bandanstoß ein harmonisches Bild ergibt.


    Die Uhr ist offiziell mit 44 mm Durchmesser angegebenen. Die Lünette hat aber nur 42,5 mm. Dadurch und aufgrund der Rundungen, wirkt die Uhr nicht so groß wie sie ist. Auch ihre stattliche Bauhöhe von 17 mm kaschiert sie meisterlich und wirkt viel flacher als manch andere Uhr mit moderateren Maßen.


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    Die Lünette besteht aus vier Segmenten, die einen um einige Grad verdrehten Verlauf aufweisen, was sehr raffiniert wirkt und bei der Draufsicht erst einmal überhaupt nicht auffällt. Zwischen den Segmenten sind die markanten Reiter verschraubt. Verschraubt sind auch Krone und Drücker.


    Das Armband mit den verschraubten Einzelgliedern im typisch angeschrägten Design schaut einfach bombastisch aus und im Falle dieser Uhr muss ich meine negative Meinung hinsichtlich polierter Bänder revidieren. Es mag stimmen, dass es nicht so praktisch ist, aber optisch ist es extrem edel. Zur Chronomat passt es definitiv.


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    Wenn es einen Kritikpunkt an der Chronomat gibt, dann ist es die Schließe. In dieser Preisklasse erwartet man eigentlich etwas anderes. Zugutehalten kann ich ihr lediglich, dass sie deutlich geschmeidiger funktioniert, wie die der Colt und dass die Löcher für die Feineinstellung nicht durchgehend und damit unsichtbar sind. Und sie hat ein appliziertes Schwingenlogo auf dem Sicherheitsbügel, während es bei den „günstigeren“ Breitling Modellen nur graviert ist.


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    Fazit: Die Chronomat ist das Aushängeschild der Marke Breitling und definitiv die edelste Uhr innerhalb meiner Sammlung. Im Gegensatz zur Navitimer werde ich sie häufiger im Business tragen, weil sie sich ideal zu Hemd und Anzug macht, aber von Unkundigen dennoch nicht gleich erkannt wird. Aber auch in der Freizeit ist es eine elegant-sportliche Alternative, die zu allen möglichen Anlässen passt. Nur zum Homedress (Jogginganzug & Co) wirkt diese Uhr total deplatziert.


    Viele Grüße

    T-Freak

  • T-Freak

    Hat den Titel des Themas von „Breitling Chronomat 44 Airborne (AB01154G.BD13.375A)“ zu „Vorstellung: Breitling Chronomat 44 Airborne (AB01154G.BD13.375A)“ geändert.
  • Tolle Uhr, tolle Bilder! Da kann man nur gratulieren und dir viel Freude mit dem guten Stück wünschen.

    Das mit dem Erkennen ist so eine Sache. Gänzlich Unkundige erkennen bis auf die Krone nix, aber alle anderen Menschen erkennen das Breitling-Logo, egal wo es sich auf dem Zifferblatt versteckt. Wenn dann die aufgesetzten Reiter dazu kommen, ist der Drops dann gelutscht, würde ich sagen. Wenn also das ausgeschriebenes Ziel ist, mir der Uhr unter dem Radar zu bleiben, dann hättest du entweder zu einem "Kern"-Modell greifen sollen oder zu einer anderen Marke ;)

  • Wenn also das ausgeschriebenes Ziel ist, mir der Uhr unter dem Radar zu bleiben, dann hättest du entweder zu einem "Kern"-Modell greifen sollen oder zu einer anderen Marke

    Grundsätzlich kaufe ich Uhren zu meiner eigenen Freude und nicht als Statussymbol. Sollte mir nun deutlich werden, dass die Uhr unangenehm auffällt, habe ich glücklicherweise noch viele Alternativen, die ich für solche Anlässe tragen kann.

  • Herzlichen Glückwunsch zum Neuzugang!


    Ich stimme dir voll und ganz zu, wahnsinnig schöne - vielleicht sogar die schönste - Version des Chronomat.


    Mensch jetzt wurde ich doch gerade erst wieder durch den Hercules Thread angefixt und jetzt kommst du mit diesem Träumchen :(.

  • Tolle Uhr , genau mein Geschmack...........:blume:

    Im Profil sind die Breitling Chronomaten einfach einmalig .:verneig:


    Mittlerweile trage ich alle am Kautschuk:lupe:


    viel Spass beim austragen:gut:

    Gruss Michael :kiki:

    Zitat

    Near Switzerland

    :rufusmücke:




    Manche Menschen kaufen mit Geld, das sie nicht haben, Dinge die sie nicht brauchen, um Menschen zu imponieren, die sie nicht mögen !



  • Mir gefällt dein Chronomat super, herzlichen Glückwunsch! Zum Thema Erkennen der Uhr: das wird von uns Uhrenfreaks total überschätzt. Trage nun die Seawolf seit 2013 und bin in dieser Zeit vielleicht so ca. 5 Mal auf die Uhr angesprochen worden.


    Grüße


    Wolfgang

    nach den Gesetzen der Physik kann die Hummel nicht fliegen - aber sie kümmert sich nicht drum und fliegt einfach :wink::wink::wink:


    “It’s better to be a warrior in a garden than to be a gardener in a war“ Bruce Lee

  • Glückwunsch und ein dankeschön an diese gelungene und sehr sehr toll zu lesende Vorstellung.


    Ich bin ein absoluter Chronomat Fan und besitze die Flying Fish. Die ist am Stahlband und am Gehäuse und Lünette recht stark gebürstet. Nur die Flanken sind poliert. Für mich sind auch eher die gebürsteten uhren ansprechender.


    Deine Beschreibungen und Fakten sind allesamt richtig und ich gehe da voll mit.


    Nur bei einem muss ich widersprechen:


    Ich habe mein Chronomat erst seit Februar diesen Jahres. Trage sie auch im wechsel. Ich wurde bestimmt 50 x auf die Uhr angesprochen und beobachte zudem ständig die blicke. Sie fällt einfach auf.


    Und wie schon beschrieben worden ist, JEDER erblickt das Breitling logo und den klassischen Breitling Stil. Das ist grade bei Chronomat und Navitimer einfach zu fest in den Köpfen drin.


    Tolles Modell, tolle Uhr, tolle Vorstellung !


    Chapeau..!

    - Breitling Aficionado -


    Aktuell:

    - Chronomat 44 (B01) "Flying Fish" Bj. 2011 am Pilotband.

    - Colt (Dreizeiger, Automatic) Bj. 2017 am Kautschuk Pro Diver 3 mit Faltschließe

    - Navitimer World Bj. 2016 am schwarzen Lederband mit Dornschließe

  • Was man vlt. im Kopf behalten sollte: nur weil man nicht darauf angesprochen wird, heißt das nicht, dass so eine Uhr unbemerkt bliebt. Ich nehme breit gefächert, durch alle sozialen Schichten in der letzten Zeit wahr, dass die Menschen noch viel deutlich als früher ihre Gegenüber mustern. So eine Uhr (das hab ich auch bei meinen Breitling-Uhren bemerkt) hebt sich optisch von der Masse ab, weil sie „teuer“ wirkt. Selbst wenn also jemand nicht weiß, was du genau umgeschnallt hast, merkt der eventuell, dass es nicht billig ist. Glaubt nicht, euer Umfeld für dumm verkaufen zu können.
    Das soll jetzt keinesfalls deine Freude an der Uhr schmälern. Ich finde generell, die Menschen sollten weniger, dafür hochwertiger kaufen. Das täte unserem Planeten sicher nicht schlecht. Aber diese Einstellung ist bei vielen noch nicht angekommen und die gucken dann halt manchmal blöd. Deswegen habe ich gesagt, man sollte keine Breitling mit dem Ziel kaufen, unter dem Radar zu bleiben. Du scheinst aber mit der richtigen Einstellung an die Sache zu gehen :gut:

  • Ihr habt vermutlich recht damit, dass die Chronomat ebenso wenig für Unterstatement taugt, wie die Navitimer. Aber das war letztlich nicht der Kaufgrund und an Alternativen mangelt es mir nicht:


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    Ihr werdet lachen, aber die digitale Casio ganz unten links ist mit ihrem PVD-Edelstahlgehäuse richtig edel und die zum Anzug getragen ist auch eine Art Statement. Dress-Watches im klassischen Sinne besitze ich nicht und die gefallen mir auch nicht. Die beiden Maurice Lacroix sind jedenfalls auch Uhren, die man gut im Business tragen kann, ebenso wie die Seiko Astron oder die Porsche Design.

  • Tolle Vorstellung, tolle Uhr, tolle Bilder, Irre Sammlung.

    Vielleicht werd ich auch meine nochmal extra vorstellen, obwohl Standard. Jetzt bin ich motiviert und vermutlich ähnlich verliebt wie Du


    Die Uhr ist das optische und technische Pandant zur Super Avenger 2 Boutique, ergo hast Du ein echtes High-End Modell. Super Sache


    Ich selbst nutze das polierte Stahlband nicht. Ist mir zu viel...


    Aber das Gehäuse mit geschliffener Lünette und polierter Innenlünette, ist wirklich edel und hochertig/ aufwendig. Im Gegensatz zu den neuen Modellen

  • Supertolle Uhr und tolle Vorstellung.

    Glückwunsch. Ein Chronomat fehlt mir auch noch.

    Zum Thema Auffällig. Da machen wir Uhrenfreaks uns echt verrückt. Wirklich. Klar spricht ein nicht jeder drauf an, aber viele erkennen sie nicht als solche. Und gegen eine hochwertige Uhr am Männerhandgelenk spricht ja nichts.

    Besser als die dicke Gold oder Silberkette,...:gut::wink: