Patek Philippe: Die Calatrava Weekly Calendar 5212

  • Liebe Lounger,


    seitdem ich die neue Patek Philippe Calatrava Weekly Calendar zum ersten Mal in Basel in der Hand hatte, beschäftigt mich die Uhr. Deshalb habe meine Gedanken zu der neuen Komplikation im Calatrava Portfolio von PP aufgeschrieben. Viel Spaß beim Lesen!

    Die 5212: Abseits des Mainstreams



    Betrachtet man die öffentliche Wahrnehmung der diesjährigen Neuheiten von Patek Philippe, zeichnet sich eine deutliche Fokussierung auf die Nautilus mit Referenz 5726 ab. Neu ist an diesem sportlichen Jahreskalender das blaue Zifferblatt, wohingegen die Gestaltung oder gar die Technik auf altbewährtes vertrauen. Seit Jahren steigt die Nautilus in der Gunst von Fans, Sammlern und Spekulanten, die mit ihrer gebündelten Nachfrage dafür sorgen, dass Listenpreise im Vergleich zu Zweitmarkt-Offerten wie Geschenke anmuten. Durch diese geballte Fokussierung auf Modelle der Nautilus- sowie der Aquanaut-Kollektion, erhalten andere spannende Neuheiten der Genfer Manufaktur bisweilen nicht die Aufmerksamkeit, die ihrem Innovationsgrad und ihrer durchdachten Gestaltung entsprechen. Die neue Calatrava Weekly Calendar gehört genau zu diesen Uhren, die abseits des Mainstreams durch die Kombination aus innovativer Technik und stilvollem Erscheinungsbild überzeugen.


    Klare Gestaltung trotz 5 Funktionen



    Bisher suchte man eine Uhr mit Anzeige der Kalenderwochen selbst im Portfolio von Patek Philippe vergeblich. Seit der Baselworld 2019 wissen wir, wie die Genfer Prestige-Manufaktur diese uhrmacherische Versorgungslücke schließt. 5212 lautet die Referenz der Uhr, die das Portfolio der „nützlichen Komplikationen“ der Manufaktur ab sofort erweitert. Insgesamt fünf Zeiger erstrecken sich aus dem Zentrum ihres Zifferblattes, wovon drei für die Anzeige der Uhrzeit verantwortlich sind und aus geschwärztem Weißgold bestehen. Die beiden übrigen Zeiger sind mit einem hammerförmigen Ende in Rot versehen und zeigen sowohl den Wochentag wie auch die Kalenderwoche an. Am äußersten Zifferblattrand ergänzt eine umlaufende Monatsanzeige die Kalenderindikationen der 5212. Auf drei Uhr findet sich zudem der Ausschnitt des Datumsfensters, dessen Funktion das Quintett an Informationen vervollständigt, die mit einem Blick abzulesen sind.



    Die Ablesbarkeit der 5212 ist trotz der Fülle ihrer Funktionen tadellos. Letztlich wird sie durch den Kontrast unterstützt, den die Zeiger samt Indices aus geschwärztem Weißgold auf dem silberfarbenen Zifferblatt hervorrufen. Eine weitere Besonderheit ist der Druck der Kalenderinformationen im Handschriftstil, der auf einen Designer von Patek Philippe zurückgeht. In einer Welt der größtenteils digitalen Kommunikation erinnert diese Typografie an eine Zeit, in der Notizen von Hand auf Papier geschrieben wurden.

    Formensprache von 1955, zeitgemäß interpretiert



    Betrachtet man das unaufdringliche Design der Uhr samt seiner abgestuften Hörner, wird manche Erinnerung an die Referenz 2512 aus dem Jahr 1955 wach. Ein rares Einzelstück aus der Sammlung des Patek Philippe Museums, das nicht nur die Gestaltung des Gehäuses der neuen Calatrava 5212 beeinflusst hat, sondern auch ihre Referenznummer prägt. Sie verwendet die gleichen Ziffern in leicht geänderter Reihenfolge. Neben der Form ist vor allem das Material des Gehäuses der besonderen Beachtung wert. Der Korpus wird nämlich aus Edelstahl gefertigt, was bei Komplikationen von Patek Philippe höchst selten vorkommt. Zudem misst er zeitgemäße 40 mm im Durchmesser und angenehme 10,79 mm in der Bauhöhe.



    Am Handgelenk sorgt ein Armband aus hellbraunem Kalbsleder mit heller Kontrastnaht für guten Tragekomfort. Die vergleichsweise niedrige Bauhöhe lässt die Uhr problemlos unter der Hemdmanschette verschwinden, wobei sich die 5212 wirklich nicht verstecken muss. Vor allem ihre Technik ist aller Ehren wert. Ihre Betrachtung wird durch die Verglasung des Gehäusebodens ermöglicht, der den Blick auf ein neues Kaliber freilegt.


    Erster Wochenkalender dank neuem Kaliber



    Um den Mechanismus der Calatrava Weekly Calendar Realität werden zu lassen, hat Patek Philippe das neue Kaliber 26-330 entwickelt. Es basiert auf dem Kaliber 324 und ist das Resultat von mehreren Jahren Entwicklungsarbeit. Die Maße von 26,6 mm im Durchmesser und 3,3 mm in der Höhe kommen in der Kaliber-Bezeichnung 26-330 zum Ausdruck. Neben der technischen Umsetzung des Wochenkalenders verfügt dieses Werk über einen Sekundenstopp, der durch das zeitweise Anhalten der Unruh die besonders genaue Einstellung der Uhr ermöglicht. Wer die neue 5212 durch ihren verglasten Gehäuseboden betrachtet, schaut unweigerlich auf den großen Aufzugsrotor aus 21-karätigem Gold. Er ist nur eines von insgesamt 304 Einzelteilen, die innerhalb des Werkes für die einwandfreie Funktion der Calatrava verantwortlich sind. Ihre Gangreserve liegt nach Vollaufzug bei 45 Stunden.


    Fazit: Calatrava Weekly Calendar 5212



    Patek Philippe hat mit der neuen Calatrava Weekly Calendar eine Uhr präsentiert, die sowohl aus gestalterischer wie auch aus technischer Perspektive überzeugen kann. Ihre Kombination aus der – bei Patek Philippe – bisher noch nicht verfügbaren Komplikation des Wochenkalenders mit einem Edelstahlgehäuse sollte die Uhr auch in den Fokus von Sammlern der Genfer Manufaktur rücken. Mit wohlbedachten Details wie dem Handschriftstil der Typografie und dem Wiederaufgreifen der Gehäuseform aus den 1950er Jahren hebt sich die Referenz 5212 in angenehmer Weise vom Mainstream ab. Mit 30.100 Euro ist ihr Preis in Anbetracht der Technik und innerhalb des Portfolios der Genfer Manufaktur als moderat einzustufen. Als Kaufvoraussetzung sollte das persönliche Interesse an der Uhr allerdings auch mit der Zuteilung durch einen offiziellen Konzessionär zusammenfallen...

  • Sehr schön geschrieben, nur der letzte Satz macht mich etwas ratlos:

    "Als Kaufvoraussetzung sollte das persönliche Interesse an der Uhr allerdings auch mit der Zuteilung durch einen offiziellen Konzessionär zusammenfallen."

    Ist das nicht bei jedem Kauf so? Wo keine Uhr erhältlich kann ich noch so viel Interesse haben.

  • Erstmal danke für die Blumen! Freut mich, wenn dir der Text gefällt.

    Grundsätzlich ist der letzte Satz nicht mehr als eine logische Konsequenz und ohne Kontext auch redundant, aber in diesem besonderen Fall eines neuen Stahlmodells mit bisher nicht vorhandener Komplikation, schien mir der Hinweis auf eine potenziell eingeschränkte Verfügbarkeit nicht abwegig.

    Liebe Grüße,

    David