Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Moon oder: das Ende einer langen Suche

  • Nachdem ich im Jaeger Wristshot-Thread schon "angeteasert" habe hier nun die offizielle Vorstellung.
    Der Titel ist wörtlich zu nehmen, denn es hat im Endeffekt 5 Jahre gedauert, bis ich bei dieser Uhr "angekommen" bin. Doch der Reihe nach.



    Das Uhrenvirus hatte mich schon während des Studiums infiziert und zum überaus erfolgreichen Bestehen der wichtigsten Klausur im gesamten Studium habe ich mich mit einer schönen mechanischen Alltagsuhr belohnt.
    Zeno Magellano Big Day Ref. 6069DD-e2
    Nichts extravagantes, da als Student eh nicht die großen Sprünge drin sind und ich eh noch ein anderes teures Hobby hatte/habe. Hier ein Foto mit den Bändern, die ich mittlerweile dazu habe.



    Die Uhr habe ich nun seit gut 11 Jahren, sie war bisher 1x zum Regulieren bei einem sehr fähigen Uhrmacher und läuft seit dem nur wenige Sekunden im Monat (!) im Nachgang. Für ein normales ETA-Kaliber nicht schlecht. Durch das elegante ZB hat sie mich zu formellen Anlässen stets gut begleitet, war aber durch die 42,5mm Größe auch "modern" und sportlich genug, um auch leger getragen zu werden. Wäre die 40mm groß, wäre sie quasi perfekt. Aber so finde ich sie mittlerweile etwas zu groß.



    Etwa im Sommer 2014 hat mich dann wieder der Hafer gestochen, mir was neues zuzulegen und ein (hier ebenfalls aktives) Mitglied des Forums hat mich letztendlich wieder auf den Geschmack gebracht, mir eine neue Uhr zu suchen. :bgdev: Die Omega Seamaster 300 (nicht die Professional) hatte ich mehrfach am Arm. Uhren von Rolex, IWC, Jaeger-LeCoultre ebenfalls. Es sollte was im Rahmen bis 7000 EUR werden.


    Da die Suche nach "der perfekten Uhr" längere Zeit andauerte, weil ich immer wieder was auszusetzen hatte am jeweiligen Modell und mein Perfektionismus mich damit auch irgendwo in den Wahnsinn trieb, habe ich weiter Geld angespart. 2017 hatte ich schließlich so viel angespart, dass eine Uhr als Wertanlage in Betracht kam. Also hatte ich mich mit Pateks, älteren Vacherons und Audemars beschäftigt.
    Schlussendlich ist daraus nach - für meine Verhältnisse - kurzer Suche eine relativ seltene Audemars Piguet Quantieme Perpetuel Ref. 25661BA im absoluten full set und unpolierten Zustand geworden. Insbesondere der Glasboden ist bei einer Uhr aus Ende der 80er Jahre nicht so übermäßig häufig zu sehen. Noch mehr Freude macht die Uhr dann, wenn man sich mal den von Hand skelettierten Rotor ansieht. Basiskaliber ist übrigens ein gewisses Jaeger-LeCoulte 920. Das tickte damals auch in der ersten Patek Nautilus... Und heute immer noch in den ewigen Kalendern von Vacheron Constantin und Audemars Piguet!





    Damit hatte ich nun eine "Alltagsuhr" und eine Uhr zum "Weglegen" oder für die besonders schönen Tage im Leben. Eine neue "gute" Alltagsuhr war also immer noch nicht da...



    Die Uhr sollte edel, elegant, nicht zu dick (Taucheruhren bis 14mm, Rest bis 11mm) sein, das Werk sollte möglichst sichtbar sein und ansprechend finissiert sein. Zu schwer sollte sie auch nicht sein.
    Zwischen 2014 und Januar 2019 hatte ich glaube ich so ziemlich alles am, was es zwischen 5.000 und 30.000 EUR am Markt gibt.
    Hier nur ein kurzer Abriss:
    Omega Seamaster 300 Stahl & Titan
    IWC Portugieser in diversen Ausführungen
    IWC Aquatimer 2000 Titan
    A. Lange & Söhne 1815 und Saxonia in diversen Ausführungen
    Vacheron Constantin 82172 in WG und PT
    Patek Calatravas und gebrauchte World Timer
    Jaeger-LeCoultre Master, Master Ultra Thin, Doumetre
    H. Moser
    Chopard 1.96 & Quattro (sehr geil, die wäre es fast geworden!)
    Blancpain Bathyscaphe und Villerets
    Tudor BlackBay 58
    Ulysse Hardin Classico Emaille
    Rolex Explorer I, Datejust, Oyster Perpetual



    Immer ganz weit vorne waren die Omega Seamaster 300 in Titan und die Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Moon. Beides komplett andere Uhren, aber in sich sehr schön gemacht. An den anderen hat mir immer irgendwas nicht so 100%ig gefallen (bei Patek meistens der Preis :G ). Entweder war die Gehäuselänge zu groß, sodass die Hörner etwas abstehen oder die Uhr war zu dick oder das ZB hat live dann doch nicht so gefallen wie auf den Fotos oder die Lünette war hakelig oder hatte zu viel Spiel. Die Liste ist endlos. :rolleyes:







    Bei der Omega hat mich letzt letztlich gestört, dass sie am Arm nicht 100%ig voll aufliegt, weil der Gehäuseboden so dick ist. Dadurch ist sie insgesamt auch recht hoch am Handgelenk.
    Bei der Jaeger hatte ich all die Jahre immer das Gefühl, dass die Ziffern der Datumsscheibe zu klein zum Ablesen sind. Entweder ich habe mich jetzt einfach dran gewöhnt oder die Augen sind besser geworden... Jedenfalls passt es jetzt.



    Seitdem Jaeger vor ca. 2 Jahren den neuen Roségold-Rotor eingeführt hat, gefällt mir das Kaliber auch noch besser. Die gebläuten Schrauben bringen etwas Farbe rein. Und als "the watchmakers watchmaker" haben sie eine gewisse Kompetenz was den Kaliberbau im eigenen Hause angeht. Jaeger ist zudem einer der wenigen Hersteller, der seine eigenen Uhrruhspiralen herstellt und einer der ganz ganz wenigen, die auch die Anker noch selbst herstellen. Die Version der "MUTM" in Edelstahl mit schwarzem ZB hat mir schon seit Erscheinen sehr gut gefallen, ich hatte sie jedoch bis Weihnachten 2018 nie am Arm gehabt. Immer nur in der silbernen Variante.
    Durch einen glücklichen Zufall hatte ein Konzi im Rheinland beide Versionen da, sodass ich noch mal die graue Theorie anhand von Fotos durch das reale Tragegefühl und das Begutachten des schwarzen ZB am Arm zur Einheit bringen konnte.


    Gefiel mir der unter Tageslicht nur schwach erkennbare Sonnenschliff? Oh ja! Und wie!
    Und das am äußeren Rand gewölbte ZB sowie die passend dazu gebogenen Zeiger? Ja! Hat etwas Vintage-mäßiges?
    Die bisher zu kleinen Datums-Ziffern? Beim schwarzen ZB aufgrund des besseren Kontrasts kein Problem!
    HER DAMIT!



    Etwas gedulden musste ich mich jedoch noch. Erst vergangenen Samstag konnte ich die Reise aus dem Rheinland ins Schwabenländle antreten. Jeder Kilometer zog sich gefühlt ins Unendliche. Die Angst fuhr auch etwas mit. Welcher Lieferant würde das Band geliefert haben? Gibt ja bei Jaeger durchaus spürbare Qualitätsunterschiede, auf die man bei der Wahl der Uhr keinen Einfluss hat. Aber erst mal egal, die Vorfreude auf die Uhr war riesengroß!
    Dann lag sie endlich vor mir!



    Hier nun ein paar Bilder meiner Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Moon Ref. 1368470.
    Leider unter nicht ganz optimalen Lichtverhältnissen (abends drinnen bzw. morgens bewölkt mit Regen).


    Wristshot:


    Ein wahrer Handgelenksschmeichler. Sehr anschmiegsam und trägt sich noch flacher als es die 9,9mm vermuten lassen.



    Hier erkennt man den Sonnenschliff ganz gut. Unter normalem Licht sieht das Blatt aus wie ein gewöhnliches schwarz glänzendes ZB ohne Extras.


    Skelettiertes Federhaus:



    "Made in France". Ein gutes Zeichen, dass das Band von Camille Fournet kommt. Also höchste Qualität. :)


    Bei Tageslicht:





    Damit ist die Suche nach einer neuen, "guten" Alltagsuhr erst mal beendet. Der Hunger ist gestillt. Neue Ziele gesetzt. Eine "sportliche Uhr" soll als nächstes her und wenn ich 40 bin (noch 7,5 Jahre) soll es eine Patek werden. :)



    Die Suche nach dem ultimativen Lederband für diese Uhr ist jedoch noch nicht beendet.
    Aber dazu mehr in einem anderen Thread! :saint:



    Viele Grüße
    Thomas

  • Danke fürs Mitnehmen aber die Bilder kann ich auch nicht öffnen.


    Grüße
    Wolfgang

    nach den Gesetzen der Physik kann die Hummel nicht fliegen - aber sie kümmert sich nicht drum und fliegt einfach :wink::wink::wink:


    “It’s better to be a warrior in a garden than to be a gardener in a war“ Bruce Lee

  • Gratuliere, ist eine super schöne Uhr :gut:


    Du hast also wenn ich das richtig verstanden habe 5 Jahre lang Uhren beim Konzi probiert bis du dich zum Kauf entschieden hast?? Was würde ich für so eine Geduld geben! :G

    Mit kleiner Pause zwischendrin war es so, ja.


    Es ist wirklich unglaublich was einem an einer Armbanduhr alles so nicht gefallen kann: Zeigerlänge, verschiedene Fonts auf dem ZB, die Form der Schließe, Position der Datumsöffnung (4:30 geht gar nicht!), Farbe der Leuchtmasse, fehlender Sekundenzeiger, Größe der Krone, Form der Hörner, Breitenverlauf („tapering“) des Bandes, Farbe des Automatikrotors, etc.


    Am Ende bin ich mit der Uhr zu 98% zufrieden.
    Perfekt wäre sie, wenn die Kanten der Brücken noch angliert und poliert wären und der Verlauf des Armbandes ein anderer wäre.
    Ersteres kann ich schlecht ändern. Entsprechende Uhren anderer Marken (z.B. Blancpain) haben dann wieder andere „Fehler“ oder kosten auch deutlich mehr, letzteres wird noch in Kürze geändert. :G

  • Zusammenkunft der Uhren. :poldi:


    Was die paar Millimeter im Gehäusedurchmesser so ausmachen...
    39 / 36 / 42,5mm
    Höhe 9,9 / 7,7 / 12mm





    Für die AP ist ein neues, originales AP Band im Zulauf.
    An der Zeno Basel trage ich entweder das braune von ABP Paris oder ein Schwarzes Silikonband (ebenfalls ABP).
    An die Jaeger soll was von Camille Fournet. Wenn ich wieder richtig tippen kann (Finger kaputt :S ), dann schreib ich noch was dazu.

  • Glückwunsch zum Neuzugang :blume:


    Die Master Moon ist in meinen Augen eine der schönsten JLC, vielleicht sogar die schönste aktuell überhaupt - sehr schlichtes, elegantes Blatt und dann durch die Mondphase ein farblicher Kontrast. Die helle Variante ist etwas dressiger, so mit dem schwarzen Blatt passt sie etwas besser zu "casual". Auf jeden Fall eine gute Wahl :gut:


    Viel Freude mit der Mondphase!
    Christian

  • Gestern ist die Ablageschale von Bucherer sowie weiteres Spielzeug gekommen.
    Das Jaeger-LeCoultre Travel Case konnte ich vor der Reise nach Paris ergattern. Ist innen, wie die Ablageschale, mit Alcantara ausgekleidet.




    Die vergoldeten Federstege sind für die AP, die demnächst noch ein neues Band bekommt.
    Die Formzange und die 21mm Edelstahl-Federstege (habe 8 Stück plus 8 in 22mm) hier brauche ich, um mir selbst passende Federstege für die Jaeger biegen zu können. Die OEM JLC Stege haben leider keinen Doppelkragen. So besteht bei jedem Wechsel eine größere Gefahr das Gehäuse zu verkratzen. Die 20 Ct. teureren Stege waren wohl bei fast 9.000,- € nicht mehr drin. :rolleyes:



    Ich warte jetzt nur noch auf den ersehnten Anruf aus Paris, dass beide Bänder durch die Qualitätskontrolle durch gekommen sind und auf dem Weg zu mir sind. :wink:

  • Nachdem ich die Uhr seit Freitag trage, kann ich auch was zur realen Gangabweichung (abgeglichen mit der Atomuhr in BS) am Handgelenk sagen:


    In 6 Tagen insgesamt 7 Sekunden Nachgang.


    Für mich ein guter Wert. :)
    Am ersten Tag lieg sie noch 3-4s im Plus (war bis dahin ungetragen), nun läuft sie stabil mit etwa -1s am Tag.
    Mit dem leichten Nachgang kann ich gut leben, solange sich dieser in einem Rahmen von +/-2s (also Rolex Standard) bewegt.