Rayville Watch Co.

  • Rayville Watch Co.

    Threadstarter

    Was hat es denn mit der Rayville Watch Co. und Blancpain auf sich ? Haben die mal gemeinsam Uhren produziert ? Heute scheint es ja Rayville nicht mehr zu geben. Was mich auch mal interessieren würde ist, ob bei Blancpain die Produktion mal komplett eingestellt worden ist, oder ob auch zu Zeiten der Quarzkrise was produziert wurde. Der eigentlich Tenor ist ja, daß Biver den Namen Blancpain gekauft hat und erst ab da wieder produziert wurde....Also das Blancpain jahrelang nicht existent war.
  • Quelle Bücher.
    Im Jahr 1932 endete das Familienmanagement der Firma, das über zwei Jahrhunderte andauerte. Nach dem Tod von Frédéric-Emile Blancpain wollte seine einzige Tochter, Berthe-Nellie, nicht in die Uhrmacherei gehen. Im folgenden Jahr kauften die beiden Mitarbeiter, die Frédéric-Emile am nächsten waren, Betty Fiechter und André Léal das Geschäft. Da kein Mitglied der Familie Blancpain mehr die Kontrolle über die Firma hatte, waren die beiden Mitarbeiter gesetzlich verpflichtet, den Firmennamen zu ändern.

    Die Firma wird "Rayville SA, succ. De Blancpain" genannt, "Rayville" ist ein phonetisches Anagramm von Villeret. Trotz dieser Namensänderung wurde die Identität der Manufaktur fortbestehen und die Merkmale der Marke wurden erhalten. Betty Fiechter blieb bis 1950 Direktorin von Blancpain, als ihr Neffe, Jean-Jacques Fiechter, zu ihr kam. Ende der 1950er Jahre produzierte Rayville-Blancpain mehr als 100.000 Uhren pro Jahr. Um der stetig wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde das Unternehmen Teil der SSIH (Schweizer Uhrenfabrik), die sich mit Marken wie Omega, Tissot und Lemania zusammenschloss. Im Jahr 1971 überstieg die Produktion 220.000 Uhren.

    Ab etwa Mitte der1970er Jahre war die SSIH gezwungen, die Produktion um die Hälfte zu reduzieren und einen Teil seines Vermögens zu veräußern.

    Im Jahr 1983 verkaufte SSIH den Namen Rayville-Blancpain an Jacques Piguet, Sohn von Frédéric Piguet und Direktor der Firma dieses Namens, und Jean-Claude Biver, damals angestellt bei der SSIH.
    In Le Brassus, im Vallée de Joux, wurde das Unternehmen gegründet und firmierte fortan unter dem Namen Blancpain SA.
    Gruß Bernd (2), oder Dremel-Bernd :schwarzbaer:
    Meine Uhren gehen nach wie vor..... :panik:
  • Threadstarter

    Also war Blancpain nie wirklich außer Betrieb ? Lief nur unter anderen Namen weiter oder wie soll ich das verstehen ? Auch mitte der 1970er Jahre bis ins Jahr 1983 ? Ab da ist es ja wieder klar, mit dem Einstieg von Biver...

    220000 Uhren im Jahr in 1971 ist auch eine gewaltige Zahl, wenn man das mal mit heute vergleicht. Selbst die 100000 in den 1950er Jahre ist im Vergleich zu heute enorm. War wohl mal ein Massenhersteller...
  • Ganz Genaues ist mir nicht bekannt, aber nach der Umbenennung, ja, da lief es noch.

    Ich hatte mal gelesen das BP ab Mitte der 70er die Produktion ganz einstellte. In anderen Büchern kann man lesen, BP soll Insolvenz gewesen sein, bis Herr Biver und Herr Piquet BP kauften.

    Ich denke, die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte.

    Eins ist aber sicher. Blancpain hat nie Quarzuhren gebaut, und werden das auch nicht tun.
    Gruß Bernd (2), oder Dremel-Bernd :schwarzbaer:
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  • Eben, das ganz genau zu ermitteln wird unmöglich sein, so denke ich, weil man es nicht nach Außen tragen will.
    Welches Unternehmen lässt sich gerne in die Karten schauen ?

    Mit ein bisschen Vorstellung...... BP wurde ein Teil der SSIH (Omega, Tissot und Lemania) diese mussten dann ein Teil des Vermögens verkaufen.
    Was damals verkauft wurde ? Auch ne gute Frage, die nicht zu beantworten ist.
    Wer, was für wen gefertigt hat, das bleibt auch offen.

    Irgendwie musste der Quarzuhren-Sturm überstanden werden.
    Gruß Bernd (2), oder Dremel-Bernd :schwarzbaer:
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  • Alles möglich.
    Ich habe mich mal sehr intensiv mit BP beschäftigt, weil oft in anderen Foren behauptet wurde das BP keine Manufaktur sei, was natürlich falsch ist. BP war und ist eine Manufaktur.

    Damals halfen sich die Unternehmen noch aus.

    Wenn ich an Omega denke, ihre Coaxial-Hemmung.
    Wenn da nicht die Uhrmacher von BP & GO mit am Tisch gesessen hätten, dann, so behaupte ich einfach, hätte das Omega noch nicht in trockenen Tüchern.
    Aber, ich schweife ab.

    BP in der SSIH hat dort auch gearbeitet, da bin ich mich sicher. Wie viel und was ?
    Nichts Genaues weiß man nicht.
    Gruß Bernd (2), oder Dremel-Bernd :schwarzbaer:
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  • Threadstarter

    Ja das mit der Manufaktur ist immer wieder ein stetiges Streitthema. Nicht nur bei BP auch bei anderen Marken wird das immer heiß diskutiert...Für den einen ist eine Manufaktur halt, daß wirklich alles in House produziert wird, andere sehen die Sache ein wenig lockerer. Klar kann man dann zu verschiedenen Ansichten kommen. Ist die Eingliederung von dem Werkshersteller Piguet als reine Manufaktur zu sehen, oder muß alles von einer Marke kommen. Das kann man am Ende sehn wie der Dachdecker...Da wird man auch nie über eins kommen. Deshalb ist es eigentlich auch mühselig darüber zu diskutieren...Sag mal zu einem Rolex oder Omega ist keine Manufaktur sondern Fließbandarbeit und Massenware. Dann macht man sich nicht viel Freunde...

    Auch eine sehr schöne BP, wobei ich ein Fan der Glaslünette und den Nato- oder Segeltuchbänder bin...Aber ist doch schön, daß die Geschmäcker verschieden sind.
  • BSBV schrieb:



    Wenn ich an Omega denke, ihre Coaxial-Hemmung.
    Wenn da nicht die Uhrmacher von BP & GO mit am Tisch gesessen hätten, dann, so behaupte ich einfach, hätte das Omega noch nicht in trockenen Tüchern.
    Habe ich anders in Erinnerung.
    Die Co-Axial-Hemmung wurde meines Wissens von einem Uhrmacher alleine in Eigenregie erfunden. George Daniels hieß der britische Uhrmacher und er meldete die Hemmung, die er 1970 erfunden hatte, 1980 zum Patent an.
    Dann klapperte er die Hersteller ab, aber keiner traute sich drüber, bis sich schließlich Omega 1994 bereit erklärte das System zu produzieren.
    Gruß, René


    F.A.S.T.
  • Oh wie wahr. Manufaktur oder nicht ? Immer wieder ein Thema.
    Pigeut hat BP damals mit gekauft. Und wenn ein Werkehersteller eine Marke kauft, die Werke dementsprechend sind, dann ist das eine Manufaktur, mMn.

    Die neueren BP FFs sind mir zuweilen ein wenig zu groß.
    Alles über 44mm Durchmesser sieht an meinem Arm etwas zu groß aus. Kommt aber auch auf die Hörner an.

    Und nicht außer acht lassen, ich bin auch Vintage-Uhren-Fan.
    Gruß Bernd (2), oder Dremel-Bernd :schwarzbaer:
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  • Vamos schrieb:

    BSBV schrieb:

    Wenn ich an Omega denke, ihre Coaxial-Hemmung.
    Wenn da nicht die Uhrmacher von BP & GO mit am Tisch gesessen hätten, dann, so behaupte ich einfach, hätte das Omega noch nicht in trockenen Tüchern.
    Habe ich anders in Erinnerung.Die Co-Axial-Hemmung wurde meines Wissens von einem Uhrmacher alleine in Eigenregie erfunden. George Daniels hieß der britische Uhrmacher und er meldete die Hemmung, die er 1970 erfunden hatte, 1980 zum Patent an.
    Dann klapperte er die Hersteller ab, aber keiner traute sich drüber, bis sich schließlich Omega 1994 bereit erklärte das System zu produzieren.

    So vollkommen richtig, René.
    Es gibt eine Rolex und eine Patek mit Coax.-Hemmung. Eben von Daniels gebaut.

    Omega nahm sich das an, und haben versucht das in Serie herzustellen. Klappt nicht wirklich. Zu viele Probleme.

    Dann holte man die Top Uhrmacher von BP & GO hinzu.
    Die besten Uhrmacher von Omega, BP u. GO haben es dann geschafft diese Hemmung ohne weitere Probleme für die Serie zu perfektionieren.

    Omega, ihre Coax.-Hemmung, da war ein wenig Sarkasmus von mir bei. ;)
    Gruß Bernd (2), oder Dremel-Bernd :schwarzbaer:
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  • Threadstarter

    Das mit der Co-Axial-Hemmung habe ich auch so wie es Rene beschrieben hat in Erinnerung...Was da BP mit zu tun hat erschließt sich mir auch nicht ganz. Aber ok...

    Ich dachte immer Piguet wurde 2010 in Blancpain eingegliedert...Nun soll Piguet Blancpain damals aber schon gekauft haben. Nun verstehe ich bald nix mehr...

    Wenn dir 44mm zu groß sind und die auf Vintage-Uhren stehst dann wäre doch auch die neue FF Tribute to Mil-Spec was für dich. Hat auch ein 40mm Gehäuse...
  • BSBV schrieb:

    Vamos schrieb:

    BSBV schrieb:

    Wenn ich an Omega denke, ihre Coaxial-Hemmung.
    Wenn da nicht die Uhrmacher von BP & GO mit am Tisch gesessen hätten, dann, so behaupte ich einfach, hätte das Omega noch nicht in trockenen Tüchern.
    Habe ich anders in Erinnerung.Die Co-Axial-Hemmung wurde meines Wissens von einem Uhrmacher alleine in Eigenregie erfunden. George Daniels hieß der britische Uhrmacher und er meldete die Hemmung, die er 1970 erfunden hatte, 1980 zum Patent an.Dann klapperte er die Hersteller ab, aber keiner traute sich drüber, bis sich schließlich Omega 1994 bereit erklärte das System zu produzieren.
    So vollkommen richtig, René.
    Es gibt eine Rolex und eine Patek mit Coax.-Hemmung. Eben von Daniels gebaut.

    Omega nahm sich das an, und haben versucht das in Serie herzustellen. Klappt nicht wirklich. Zu viele Probleme.

    Dann holte man die Top Uhrmacher von BP & GO hinzu.
    Die besten Uhrmacher von Omega, BP u. GO haben es dann geschafft diese Hemmung ohne weitere Probleme für die Serie zu perfektionieren.

    Omega, ihre Coax.-Hemmung, da war ein wenig Sarkasmus von mir bei. ;)
    Servus Bernd!

    Ich habe mich ja in den 90ern weit intensiver mit Uhren beschäftigt als heute, weswegen es mich ein wenig verwundert hat dass neben Omega explizit BP und GO deiner Aussage nach maßgeblich an der industriellen Herstellung der Co-Axial-Hemmung beteiligt gewesen sein sollen.

    Tatsächlich hat sich Nicholas G Hajek - also genau genommen die Swatch Group - dem Thema angenommen. Funktioniert hat die Hemmung in den Einzelstücken die von Daniels gefertigt wurden ja schon (obwohl man ihm auch nachsagt nicht wirklich der „Erfinder“ der Hemmung zu sein), eine industrielle Fertigung ist jedoch eine ganz andere Herausforderung.

    Und um diese zu Realisieren standen Hakek eben ALLE Möglichkeiten der Swatch Group zur Verfügung, wobei meines Wissens insbesondere der Werkehersteller Eta und hier Hemmungsproduzent Nivarox der Verdienst der erfolgreichen Industrialisierung zuzurechnen ist.
    Mit den fähigsten Ingenieuren der Swatch Group selbstverständlich. Da gehört BP dazu, aber eben nur dazu und ich kenne keine Quelle, auch keine aus den 90ern, die Auskunft darüber gibt ob überhaupt wer von BP oder GO dabei war.

    Wenn du daher eine Quelle hättest wäre ich dir dankbar.
    Gruß, René


    F.A.S.T.
  • Neu

    Gerne doch.
    Ein Bericht habe ich gefunden.

    Quelle: Chronos, Alles über Omega.
    Und wie man weiß, Blancpain bekommt seine Werke von Frédéric Piguet.
    Das Andere finde ich auch noch. Nur Geduld.

    Aber auch interessant, hatte ich fast vergessen.....


    Man nehme ein Chronographenwerk von Piguet, baue dort die Coax.-Hemmung ein, und schwupps entsteht die Kaliberfamilie 3313, die man in Omegauhren findet. ;)
    Gruß Bernd (2), oder Dremel-Bernd :schwarzbaer:
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