Der gute Ton: IWC 5240-05 Portugieser Minutenrepetition

  • Der Hintergrund meiner Frage war ein wenig, dass ich mal nach hören wollte, ob da wohl ein ETA 6498 unter dem Jones-Werk steckt oder nicht.
    Rein aus dem Bauch heraus würde ich auch immer ein echtes IWC 9x in der Uhr haben wollen, allein schon wegen den Brücken statt Dreiviertelplatine.
    Die Gravuren auf dem Werk der F A Jones fand ich auch nie schön. Dass IWC stattdessen auf Genfer Streifen umgestiegen ist, rückt optisch alles schon ein bisschen in die richtige Richtung, dennoch fehlt der WOW-Effekt, den die Jubi-Portugieser hatte.

  • ... so, jetzt nochmal etwas mehr Informationen zur Technik - zunächst das Werk:


    Typisch für die 5240 ist ja die kleine Sekunde an der 9 - das hat seinen Grund in der Herkunft des Werkes: Basis ist hier ein Taschenuhr-Kaliber und zwar das Kal. 952, also die zweite Generation des flachen Brückenkalibers 95. Der wesentliche Unterschied zur ersten Version sind die Stoßsicherung, dazu hat das Grundwerk zwei Lagersteine mehr (19 statt 17). Die Gangreserve beträgt normalerweise ca. 36h, in der Version der Minutenrepetition sind es schon 43h, sie läuft aber etwas länger. Auch ein Sekundenstopp ist integriert.


    Die Wahl ist eigentlich ungewöhnlich, denn es handelt sich um ein Lepine-Werk, d.h. die Krone setzt oben an und die Unruh (und kleine Sekunde) liegen gegenüber von der Kronenseite. In einer Taschenuhr sieht das dann so aus (am Beispiel der Ref. 5205):


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    Warum hat man hier nun nicht ein Savonnette-Werk verbaut, bei dem zwischen Krone und kleiner Sekunde ein Winkel von 90 Grad liegen - und wie man es mit dem Kal. 982 bei der Jubiläums-Portugieser 5441 gemacht hat?


    Die Antwort liegt in der Bauhöhe: Bei den Brückenwerken gibt es drei Höhen, H5 (Kal. 67) ca. 5mm, H4 (Kal. 97 und 98) ca. 4mm und H3 mit 3mm Bauhöhe - und diese letzte Version gibt es nur als Lepine-Werk. Da ja auf das Grundwerk noch das Repetitionsmodul aufgesetzt werden muss, wollte man hier die Höhe möglichst gering halten - was durchaus gelungen ist: Die offiziellen Maße sind 42 mm x 12,3mm.


    Die aktuelle Version der Minutenrepetition hat inzwischen die kleine Sekunde wieder "normal" an der 9 und ein Werk im Savonnette-Layout - musste deshalb aber auch deutlich in den Maßen zulegen, nun sind es 44mm x 14 mm, was am Arm schon einen Unterschied macht.


    Das Werk der 5240 trägt die Kalibernummer 95290 und stammt noch aus der "originalen" Werkeproduktion bei IWC. Diese Rohwerke sind heute nicht mehr verfügbar (die MR war die letzte Referenz mit diesen Werken), auch deshalb müssen für die Nachfolger heute neue, schlichtere Werke verwendet werden. Hier ist noch alles "Old School", mit dem klassischen Brückenlayout, das Ende der 1920er Jahre endstanden ist. Kein "lautes" Design und ohne Show-Effekte, aber klassisch-elegant und in den Details für IWC-Standards sehr fein gemacht. In diesem Werk steckt halt auch noch Handarbeit.


    Die Finissage ist gewohnt klassisch, Genfer Streifen, anglierte und polierte Kanten, Perlagen, goldene Chatons, eine echte Schraubenunruh - halt richtig altes Handwerk :gut:


    Ein paar Bilder zu den Details:


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    Die Details zum Repetitionsmechanismus gibt es dann nochmal später separat.


    Gruß,
    Christian

  • ... und nun der letzte Teil: Die Minutenrepetition.


    Erst mal kurz zur Geschichte: Schlagwerke in Uhren gibt es schon seit mehreren Jahrhunderten und ihre Funktion ist ähnlich der einer Kirchturmuhr - bei Tag und vor allem bei Nacht wird die Zeit über Glockenschläge angezeigt. In gewisser Weise ist das also der Vorläufer zum heutigen schnöden Superluminova zwinkern_2.gif


    Man unterscheidet bei Schlagwerken grob zwei Arten: Mechanismen, die von alleine und dauerhaft die Zeit ansagen, heißen Sonnerie - in der kleinen Variante schlägt es nur zur Stunde, bei der Grande Sonnerie auch zur Viertelstunde. Bei Repetitionsuhren erfolgt die Zeitanzeige nur, wenn man das Schlagwerk aktiviert über den seitlichen Schieber. Auch hier gibt es diverse Varianten, einfache Versionen erfassen nur Viertelstunden- oder Fünf-Minuten-Intervalle, die Minutenrepetition ist hier die höchste Komplikation.


    Die Grundfunktion, die auch heute noch verwendet wird, stammt dabei vom großen Breguet höchst selbst: Um das Uhrwerk werden außen zwei Tonfedern gespannt, in der Portugieser jeweils weniger als 1mm dick. Eine ist dabei höher und die andere tiefer gestimmt. Das "klingt" einfach, ist aber enorm zeitaufwändig und nur von absoluten Spezialisten zu bewerkstelligen. Meines Wissens gibt es bei IWC nur zwei Uhrmachermeister, die dies beherrschen. Der Unterschied beider Tonfedern ist genau eine Quarte (also zweieinhalb Ganzton-Schritte).


    Zur Zeitansage werden diese Federn mit zwei Hämmerchen angeschlagen und zwar nach dem folgenden Prinzip:


    - zunächst erfolgt die Ansage der Stunden durch Schläge auf die tiefe Tonfeder
    - dann werden die vergangenen Viertelstunden durch Doppelschläge auf beide Tonfedern angezeigt
    - und am Ende dann die Minuten durch Schläge auf die hohe Tonfeder.


    Man hat also immer ein Sequenz in der Form "Dong - Dong - Dong -- Ding-Dong - Ding-Dong -- Ding - Ding - Ding - Ding". Die längste Sequenz schlägt das Werk um 12.59 Uhr (nämlich 12 "dongs", 3 "ding-dongs" und 14 "dings"), die kürzeste um 13.00 oder 01.00 Uhr (ein "dong"). Befindet sich die Zeit innerhalb der ersten Viertelstunde, gibt es keinen Viertelstundenschlag, sondern eine längere Pause in der Mitte.


    Der Repetitionsmechanismus hält die aktuelle Uhrzeit beständig vor, man hört deshalb z.B. zur Viertelstunde ein leises Klicken (ähnlich wie bei einem Datumswechsel), wenn die Viertelstunden-Raste einen Schritt weiter rutscht. Die Aktivierung erfolgt über den seitlichen Schieber. Anders als bei einem Wecker (der meist über ein eigenes Federhaus betrieben wird, das separat aufgezogen werden muss), liefert bei der Repetition der Schieber auch die Energie für das Schlagwerk - durch das Verschieben wird eine Feder gespannt, durch die dann die Hämmerchen angetrieben werden (man hört ein leichtes Surren, wenn diese Feder abläuft).


    Je nach Uhrzeit muss der Schieber deshalb unterschiedlich weit betätigt werden, d.h. der Anschlag verschiebt sich - um 13.00 Uhr ist der Weg ganz kurz, um 12.59 Uhr muss man bis ganz unten durchdrücken. Der entsprechend notwendige Widerstand wandert automatisch mit. Zudem gibt es einen "alles oder nichts"-Mechanismus - wenn man den Schieber nicht weit genug bewegt, erklingt nicht eine unvollständige, sondern gar keine Zeitansage. Das muss man wissen - beim ersten Mal dachte ich "neeiin, jetzt hast Du das Ding schon nach ein paar Stunden kaputt gemacht!!" ... da ist man dann schnell hellwach ;-) .


    Zum Schluss noch ein paar Hintergründe zur Geschichte der IWC Repetition: Wie so manche Großtat, die dem Laden bis heute viel Geld und Freude bringt, führt auch die MR auf eine Entscheidung des unvergessenen Günter Blümlein zurück. Der hatte 1983 das ultimative Projekt zur Wiedergeburt der mechanischen Uhr gestartet: Die erste "Grande Complication" der Neuzeit und die erste als Armbanduhr. Insgesamt betrug die Entwicklungszeit 7 Jahre - in Etappen wurden die einzelnen Projekte sichtbar, z.B. der Ewige Kalender von Kurt Klaus, der schon 1985 in der Da Vinci Premiere feierte. Das Repetitionsmodul hatte eine Entwicklungszeit von über 4 Jahren und der Prototyp erklang das erste Mal im Dezember 1988. Die Entwickler des Moduls waren Dominique Renaud und Giulio Papi (unten auf den Fotos u.a. mit Kurt Klaus), die hier einiges an Innovationen in diese alte Komplikation einbrachten (1986 hatten sie sich mit einer eigenen Firma, Renaud & Papi, selbständig gemacht, die später von AP übernommen wurde und heute noch große Komplikationen entwickelt). Für die Tonfeder waren Robert Greubel und Gion F. Letta zuständig.


    Die erste Serienuhr der "Grande Complication" wurde am 09.04.1990 fertig, um 21.04 Uhr erfolgte die erste Betätigung der Repetition (man sieht, gut dokumentiert ;-) ) - 10 Tage später wurde die Uhr in Basel auf der Messe vorgestellt. Und das war schon ein ziemlicher Coup, keiner der "großen Drei" hatte eine solche Uhr als erster zustande gebracht, sondern IWC. Das dürfte manchen in Genf sehr geärgert haben...


    Die Portugieser Minutenrepetition gibt es seit 1995, in der originalen Version auf 800 Stück limitiert (je 250 in Gelb-/Rot-/Weiß-Gold und 50 in Platin). Genau wie bei der Grande Complication wird auch hier das Repetitionsmodul auf das Grundwerk aufgesetzt, deshalb ist der Mechanismus zifferblattseitig und von unten nicht zu sehen. Wen das stört: Es gab auch eine skelettierte Version, wo man durch das Zifferblatt alles sehen konnte.


    So, genug Text - jetzt kommen noch einige Bilder, alle mit dem Manfred Fritz-Buch "Grande Complication" als Hintergrund. Und wie gesagt - auf Grundlage dieses Buches kann man so eine Uhr selbst bauen...


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    Gruß,
    Christian

  • An diesem Thread kann man sich ähnlich erfreuen wie Du dich an deiner Uhr erfreust :respekt:
    Dein Background über die Marke IWC entspricht deiner Begeisterung für Uhren nebst deren Technik-ist also schlichtweg phänomenal :verneig:


    Nun zur Uhr:
    Was soll man sagen? Eine Minutenrepetition ist die Krönung aller Einzelkomplikationen - und auch die Krönung des Understatements :gut:
    Es braucht weder ein Kilo Brillianten noch ein Dutzend Zeiger an der Uhr - nein - der schlichte kleine Schieber an der Seite signalisiert dem Kenner daß sich hier bei einer Neuanschaffung am- bzw. im 6-stelligen Rahmen bewegt wird.


    Das so eine Knalleruhr jetzt am Handgelenk eines wirklichen Uhrenfans sitzt - macht die Sache um so schöner :gut:
    Auch für uns - denn es ist der beste Thread seit langem :G

  • Das ist der informativste und interessanteste Bericht, den ich seit langem hier gelesenen habe. Ganz herzlichen Dank dafür! :verneig:


    Eine Repetition ist wohl die faszinierendste Komplikation überhaupt. Bei dem JLC Event in München durfte ich die des Mitbewerbers mal genauer ansehen und vor allem anhören, da kommt Begeisterung auf. Optisch kann sie mit der IWC jedoch nicht im geringsten mithalten.


    Meinen Glückwunsch zur IWC, eine absolute Traumuhr :blume::blume::blume:



    Fast zwangsläufig kommt dann die - auch in Foren wohl bekannte - Überlegung: warum nicht einfach mal einen großen Teil des Gelumps auf den Markt werfen und in eine "richtige" Uhr tauschen?


    Genau diese Überlegung hatte ich diesem Sommer auch, daraufhin mussten mich ein paar Stücke verlassen und es kam die Jaeger leCoultre Grand Reveil. Ich habe es noch keine Sekunde bereut… :)

  • ... so, ich hole diesen Faden mal aus der Versenkung hervor: Zum einen, weil ich (mal wieder :rolleyes: ) die Foto-Links wiederhergestellt habe, zum anderen, weil ich mit der Uhr noch nicht abgeschlossen hatte:


    Die IWC 5240-05 war und ist meine absolute Traumuhr, das kann man glaube ich aus den gesammelten Texten oben gut erkennen. Auch wenn ich die Uhr nicht viel getragen habe und dann auch nur meistens in den heimischen vier Wänden, war das doch mein liebstes Stück. Bei der Uhr passt in meinen Augen eigentlich alles :verneig: ...


    Umso bitterer war dann vor einigen Jahren der Abgang: Damals stand unser Hauskauf an und ich hatte meiner Frau versprochen, dass ich im Fall der Fälle die Transaktionskosten durch meine Uhrensammlung abdecke. Das war so ein Faust'sches Versprechen, durch dass ich mir in den Jahren vorher meine Narrenfreiheit erkauft hatte - da wurden bei Neuzugängen keine Fragen gestellt. Aber als es dann soweit war (wie immer unerwartet, unpassend und zu früh...), musste ich liefern :( ...


    Damals gingen ein Großteil der Uhren weg, nur einen kleinen Rest konnte ich heimlich sichern. Was im Nachhinein ganz gut war - wenn ich damals meine 15202 für 15k verkauft hätte, würde ich mich heute schon ärgern... ;) . So ein bisschen was Befreiendes hatte die Aktion auch, da man mal durch harte Abstinenz nachweisen konnte, dass die Sucht noch nicht völlig übernommen hatte.


    Trotzdem ähnelte es damals der alten Assessment Center-Fallstudie: Wer kommt ins Rettungsboot und wer geht unter? Ein Kriterium war für mich, wie einfach man die Uhr wiederbeschaffen kann. Deshalb mussten von den Vintage-Sachen nur wenige gehen und die haben sich dann später auch als wirklich schwierig herausgestellt (z.B. die Ingenieur 866 :bash: ). Das zweite Kriterium war die Preisentwicklung und die Liquidität: Ich habe versucht, möglichst solche Uhren zu verkaufen, bei denen ich nicht unbedingt mit steigenden Preisen gerechnet habe. Das hat teilweise geklappt (Rolex und AP blieb), manchmal lag ich aber komplett daneben - so hat sich z.B. die Reverso Tribute 1931 seit damals mehr als verdoppelt, von der SMP 300 Schwerty will ich gar nicht anfangen. So falsch kann man liegen...


    Und am Ende mussten dann auch große Sachen gehen, um bedürftigen Makler-Kindern eine warme Mahlzeit zu finanzieren. Deshalb traf es damals auch die 5240, wobei so ein Verkauf unter Zeitdruck natürlich eine nicht wirklich gute Idee ist. Solche Uhren privat zu verkaufen, ist extrem schwer - damals ging alles so bis ca. 5k sehr leicht über die Foren weg, um 10k war es schon sehr zäh und eine Repetition konnte man für einen schnellen Deal vergessen. Ich habe dann mit viel Mühe einen Händler in HH gefunden, musste aber sogar noch etwas als Gegengeschäft herein nehmen (das natürlich auch wieder verkaufen) und am Ende hatte ich mit dieser einen Uhr eine jahrelange deutlich schwarze Null beim Uhrenhobby komplett gekillt. Bitter, aber es ging nicht anders. Beim Verkauf hatte ich dem Händler aber schon gesagt: Lass die mal liegen, vielleicht hole ich die irgendwann zurück...


    In den letzten Jahren wurde es finanziell wieder etwas entspannter, die Börse und ein wenig Fortune taten ihr übriges. Und so kamen nach und nach zumindest die Uhren zurück, die ich unbedingt wieder haben wollte. Mal in einer etwas anderen Version, mal war es exakt dieselbe Uhr (z.B. bei meiner Split Minute). Am Ende blieb eigentlich nur noch die 5240 nach. Nun ist das keine Uhr, die man (ich zumindest) einfach mal so kaufen kann - da muss man doch etwas sparen und da fehlt mir beim Uhrenbudget leider jede Disziplin :rolleyes: . Monate- oder gar jahrelang dafür etwas zur Seite zu legen, schaffe ich nicht, dafür bin ich zu sehr Impulskäufer und dafür gibt es auch immer zu viele andere spannende Modelle. Trotzdem habe ich schon seit 2-3 Jahren den Markt sondiert, man muss ja bereit sein...


    Dann kam die Corona-Zeit, die doch ziemlich viel Nerven gekostet hat (und kostet), beruflich wie privat, und einem gerade viele lieb gewonnen Freuden des Lebens unmöglich gemacht hat. Im Sommer waren wir dann aus dem Gröbsten raus, jetzt kommt alles langsam wieder in ruhigere Fahrwasser - und irgendwie hatte ich das Gefühl, ich müsste mich für diesen Kraftakt mal belohnen. Nur wie? Als ich nach vielen Monate wieder den Weg in die Innenstadt fand, stand ich irgendwann vor dem Schaufenster des Uhrenhändlers, der damals meine 5240 gekauft hatte. Um der alten Zeiten willen, bin ich dann auch reingegangen und habe mit dem Chef ein wenig über die guten alten Zeiten geplauscht. Und erwähnt, dass ich immer noch der 5240 nachtrauere... :(


    Was passiert dann: Der gute Mann steht auf, verschwindet im Tresor - und kommt mit meiner alten 5240 zurück :eek: . Die Uhr war komplett foliert und lag seit 5 Jahren unberührt im Safe - unfassbar... Er meinte, er hätte es nicht übers Herz gebracht die Uhr zu verkaufen. Kann man bei so harten Knochen nicht so richtig glauben, aber dass er tatsächlich jahrelang darauf spekuliert hat, dass ich die Uhr wirklich zurückkaufe, kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen.


    Egal, ich habe das als ein Zeichen von oben aufgefasst - und die Uhr direkt wieder zurückgekauft :jump: . Man muss auch mal unvernünftig sein im Leben... :wech:


    Dankenswerter Weise konnte er sich auch noch an den damaligen Ankaufspreis erinnern und hat einen sehr fairen Kurs gemacht. Am Ende war sein "Verwahrentgelt" auch nicht viel höher als bei meiner Bank ;)


    Nun ist sie wieder da - und (*klopfaufholz*) diesmal bleibt sie auch für immer :G :


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    Ich habe fertig :G ...


    Gruß,

    Christian

  • Wahnsinn, die Geschichte! Und das heutzutage - in diesen besonders beschaulichen und manchmal sehr bekloppten Zeiten!

    Viel Spaß an der herausragenden Portugieser für die nächsten Jahrzehnte - gelebte Nachhaltigkeit in Reinform.


    Viele Grüße - Christian

    Segal's law :


    "A man with a watch knows what time it is. A man with two watches is never sure."

  • LeCollectionneur : Die ist inzwischen komplett tiefenentspannt - da aktuell ja alle Märkte ziemlich heiß gelaufen sind und gleichzeitig die Bank das Geld auch nicht mehr haben will, da sieht dann ein Uhrenkauf plötzlich sehr rational aus ;) ,,,


    Weil ich verschiedentlich gefragt wurde zu den Unterschieden der einzelnen Generationen der Minutenrepetition bei IWC, hier noch eine kleine Übersicht:


    1. Generation: Referenz 5240:


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    Varianten:

    5240-01 (GG, ZB silber, braunes Kroko, 250 Stück)

    5240-02 (GG, ZB silber, schwarzes Kroko)

    5240-03 (PT, ZB silber, braunes Kroko, 50 Stück)

    5240-04 (PT, ZB silber, schwarzes Kroko)

    5240-05 (RG, ZB silber, braunes Kroko, 250 Stück)

    5240-06 (RG, ZB silber, schwarzes Kroko)

    5240-07 (WG, ZB silber, schwarzes Kroko, nur von 2003 bis 2005, keine offizielle Limitierung, aber wohl nur wenige gebaut)


    Bauzeit: 1995 bis 2005

    Maße: 42mm x 12,3mm

    Werk: 95290 (2,5 Hz, 43h Gangreserve, Basis Kal. 952)


    2. Generation: Referenz 5242:


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    (c) IWC


    Änderungen im Vergleich zur 5240: Modernes "IWC"-Logo, Eisenbahnminuterie, Gehäuse minimal größer, Saphirglas


    Varianten:

    5242-02 (RG, ZB silber, braunes Kroko, 250 Stück),

    5242-04 (PT, ZB silber, schwarzes Kroko, 100 Stück)

    5242-05 (WG, ZB ardoise, dunkelbraunes Kroko, 250 Stück),


    Bauzeit: 2005 bis 2010

    Maße: 43mm x 12,3mm

    Werk: 95290 (2,5 Hz, 43h Gangreserve, Basis Kal. 952)



    3. Generation: Referenz 5449:


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    (c) IWC


    Änderungen im Vergleich zur 5242: Neues Werk auf Basis des "Jones"-Kalibers, kleine Sekunde auf 6 Uhr, Gehäuse minimal größer


    Varianten:

    5449-01 (PT, ZB silber, schwarzes Kroko, 500 Stück),

    5449-01 (RG, ZB silber, hellbraunes Kroko, 500 Stück),


    Bauzeit: 2009 bis 2016 (letzte Erwähnung in der Preisliste) / Restposten bis heute

    Maße: 43mm x 12,3mm

    Werk: 99850 (2,5 Hz, 46h Gangreserve, Basis Kal. "Jones" 98925)


    Bei der Vorstellung dieser Uhren 1995 lagen die UVPs zwischen 82.500 und 95.000 DM, im letzten offiziellen Baujahr 2016 waren dann zwischen 83.800 und 105.000 Euro fällig (diese Preise wären auch heute noch gültig, wenn man noch eine findet).


    Mein persönlicher Favorit ist natürlich meine Version, also die 5240-05 - die wahrscheinlich seltenste Version ist die 5240-07 (erste Generation in Weißgold), aber angesichts der für Minutenrepetitionen relativ hohen Limitierungen (1. Generation 550 Stück + WG, 2. Generation 600 Stück und 3. Generation 1000 Stück) eignen sich diese Uhren eigentlich nicht zur Spekulation.


    Aus Käufersicht hat das aber den großen Vorteil, dass die Portugieser auch heute noch im Bereich der Repetitionsuhren eigentlich die einzig einigermaßen erschwingliche Referenz am Markt ist (abgesehen von einigen kleinen Blancpains) - aktuell preislich ungefähr auf der Höhe einer Rolex Daytona ...


    Auch wenn es die Portugieser Minutenrepetition seit 2016 nicht mehr in der offiziellen IWC-Kollektion gibt, bleibt bis heute noch eine Option für eine IWC mit Schlagwerk - nämlich die Portugieser Grande Complication, die allerdings dann nochmal preislich in einer anderen Liga angesiedelt ist.


    Und zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis für potentielle Käufer: Ähnlich wie bei Luxus-Oldtimern muss man auch bei einer MR auf happige Service-Kosten gefasst sein, eine Revision kostet bei IWC zwischen 2,5 und 3k.


    Trotzdem, in meinen Augen (und Ohren) ist diese Uhr jeden Euro wert :gut:


    Gruß,

    Christian